Stand: 13.03.2014 14:27 Uhr  | Archiv

Continental: Am Anfang war die Kutsche

Hinaus in die Welt

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Einer von 291 Standorten weltweit: das Continentalwerk in Hannover-Stöcken.

Bis 1979 ist Continental eine rein deutsche Gesellschaft und wird erst mit dem Kauf der amerikanischen Uniroyal Inc. zu einem internationalen Konzern. 1987 gelingt die Expansion auf den nordamerikanischen Reifenmarkt. Zukäufe und Beteiligungen an Reifenmarken in Europa lassen Continental weiter wachsen. In der Folge entdecken die Hannoveraner weitere Erdteile für sich. In Brasilien und Mexiko etwa entstehen Produktionsstätten für Reifen. In Südafrika übernimmt Continental die Mehrheit an einem Hersteller von Autoreifen.

Den Rohstoff für viele Produkte, Kautschuk, kauft Continental auf dem Weltmarkt. Eigene Plantagen besitzt das Unternehmen nicht. Auch der Versuch, Kautschuk mit eigenen Dampfern zu importieren, scheitert früh. Heute kommt der Rohstoff überwiegend aus Malaysia - auch per Schiff über den Mittellandkanal bis fast vor die Werkstore in Hannover.

Neue Geschäftsfelder

1998 erwirbt Continental von einem amerikanischen Unternehmen den Bereich Automotive Brake & Chassis. Der renommierte Produzent von Bremsen und Fahrwerk-Regelsystemen beliefert alle bedeutenden Automobilhersteller. Doch damit nicht genug. Auch im stark wachsenden Markt für Fahrzeugelektronik möchte Continental mitmischen und erwirbt 2001 die Temic GmbH mit Produktionsstätten in Amerika und Asien. Ein wichtiges Ziel: das selbstfahrende Auto zu entwickeln.

Eine weitere Übernahme bringt Conti 2007 in finanzielle Bedrängnis. Die 11,4 Milliarden Euro für die Autotechnik-Schmiede VDO gehen an die Substanz. Das süddeutsche Familienunternehmen Schaeffler nutzt die Chance und startet einen Übernahme-Angriff auf Conti, der schließlich gelingt. Doch auch Schaeffler hat sich übernommen. Die Conti-Aktie stürzt ab und erholt sich erst ab Anfang 2009 wieder. Inzwischen ist Schaeffler noch größter Anteilseigner bei Conti, besitzt aber nicht die Mehrheit.

Fahrzeugtechnik überholt die Reifen

Reifen sind längst nicht mehr das Hauptgeschäft des Konzerns. Der Geschäftsbereich "Automotive Group", der sich mit technischen und elektronischen Systemen für Autos befasst, trägt rund 60 Prozent zum Umsatz bei, der Reifenbereich knapp 30. Damit ist der Konzern weitaus breiter aufgestellt als früher. Zum Sortiment gehören unter anderem Schläuche und Schlauchleitungen, Transportbänder, Luftfedern, Komfort- und Sensorelektronik, Bordinstrumente und Sicherheitssysteme. Die Abnehmer kommen aus dem Automobilsektor, aber auch dem Schienen- und Luftverkehr. Selbst die Druckindustrie wird von Conti beliefert, etwa mit Keilriemen, Drucktüchern und Dichtungen.

175.000 Mitarbeiter weltweit

Mit einem Umsatz von mehr als 33 Milliarden Euro und einem Gewinn vor Steuern von 3,7 Milliarden Euro (2013) gehört Continental zu den führenden Automobilzulieferern weltweit. 175.000 Mitarbeiter in 46 Ländern weltweit arbeiten für das Unternehmen, rund 12.000 in Niedersachsen. Seinen Hauptsitz hat Continental noch immer in Hannover.

 

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