Stand: 08.03.2014 12:50 Uhr  | Archiv

Carl Philipp Emanuel - Der "Hamburger Bach"

Bach zieht nach Hamburg

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In seiner Funktion als Musikdirektor war Bach auch für die Musik im Michel zuständig.

1767 stirbt Carl Philipp Emanuels Taufpate, der Komponist Georg Philipp Telemann. Bis zu seinem Tod war Telemann in Hamburg Musikdirektor der fünf Hauptkirchen sowie Kantor am Johanneum gewesen. Der Posten gilt seinerzeit als eines der angesehensten musikalischen Ämter in Deutschland. Auf die frei gewordene Stelle bewirbt sich nun Telemanns Patenkind - und bekommt den Zuschlag. Ab 1768 ist Bach für die Kirchenmusik an den fünf Hauptkirchen, unter ihnen auch der Michel, zuständig. Im Johanneum soll er für die musikalische Bildung der Schüler sorgen, außerdem ist er für die Festmusik zu feierlichen Anlässen verantwortlich. Sein neues Amt versieht Bach mit großer Sorgfalt - er erwirbt sich Ansehen über die Stadtgrenzen hinaus.

Von nun an prägen geistliche Werke das musikalische Leben Carl Philipp Emanuel Bachs. Einige komponiert er selbst, etwa die Oratorien "Die Israeliten in der Wüste" (1769) oder "Die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu", ein Werk das am 18. März 1778 in Hamburg uraufgeführt wird. Neben immer neuen Kompositionen dirigiert er Werke zeitgenössischer Komponisten, etwa von Georg Friedrich Händel oder Johann Adolph Hasse. Zudem verlegt und verkauft er seine eigenen Stücke selbst.

Im Gewölbe unter dem Michel beigesetzt

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20 Jahre lang lebte Carl Philipp Emanuel Bach in Hamburg. 1788 starb er in der Hansestadt.

In seiner Hamburger Zeit spielt er das Cembalo immer seltener. Die Gicht machte Bach zu schaffen, zunehmend bekommt er gesundheitliche Probleme. Hinzu kommt ein tragisches Ereignis, welches den Musiker in seinem Lebensabend zutiefst betrübt: Im September 1778 stirbt sein geliebter Sohn Johann Sebastian während eines Italien-Aufenthaltes. 1787 teilt Bach einem Freund mit, dass er die Arbeiten für sein Publikum beenden will. So ganz zieht sich der Musiker dann doch nicht zurück, komponiert aber weniger und beschäftigt sich in den letzten Jahren immer intensiver mit dem Werk seines Vaters. Am 14. Dezember 1788 stirbt Bach in Hamburg. Sein Grabmal im Gewölbe unter dem Michel ist öffentlich zugänglich.

Das musikalische Erbe

Eines der weniger bekannten Verdienste Carl Philipp Emanuels ist die Bewahrung und Überlieferung des musikalischen Werkes seines Vaters. "Wir würden viele Werke von Johann Sebastian Bach gar nicht aufführen können, wenn Carl Philipp Emanuel Bach das Notenmaterial seines Vaters nicht so sorgfältig verwahrt hätte", erklärt dazu Jörg Bode, Vorstandsmitglied des Hamburger Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Chors. Der renommierte Konzertchor, der seit 1998 den Namen des berühmten Musikers trägt, singt regelmäßig Stücke des "Hamburger Bach" - und pflegt damit ein Stück musikalisches Erbe der Hansestadt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal Spezial | 01.03.2014 | 19:00 Uhr

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