Stand: 30.10.2017 12:11 Uhr

Vor 70 Jahren starb Fritz Schumacher

Bild vergrößern
Fritz Schumacher war äußerst aktiv: Er schuf nicht nur etliche Gebäude, sondern schrieb auch rund 30 Bücher.

Holthusenbad und Davidwache, Stadtpark und Krugkoppelbrücke: Fritz Schumachers Bauten und Anlagen prägen das Hamburger Stadtbild bis heute. Mehr als 90 Gebäude und Brücken, viele von ihnen aus Backstein, zeugen von seiner immensen Schaffenskraft. Allein 30 Schulen plante der Architekt und Stadtplaner. Vor 70 Jahren, am 5. November 1947, starb Schumacher in einem Hamburger Krankenhaus.

24 Jahre lang, von 1909 bis zu seiner Zwangspensionierung durch die Nazis 1933, gestaltete Schumacher in seiner Funktion als Baudirektor das moderne Hamburg. Sein Wirken reichte dabei weit über die Bauwerke hinaus: Schumachers Ziel war es, dem modernen Großstadtmenschen eine neue Heimat schaffen.

Werke von Fritz Schumacher in Hamburg

Die kranke Stadt gesunden lassen

Die Großstadt betrachtete Schumacher als eine Art kranken Organismus: "Die ganze Fülle sozialer Ungelöstheiten, die ganze Wucht unnatürlicher Lebensverhältnisse" balle sich darin zusammen. Nur unter Berücksichtigung der sozialen Bedingungen und der Bedürfnisse seiner Bewohner könne man sie reformieren. Aufgabe der Städteplaner sei es, "das verzerrte Gebilde umzugestalten, das sich heute als Großstadt herausgebildet hat“, erklärte Schumacher in einer seiner letzten Schriften 1947. Zu dieser Zeit lag das in vielen Teilen von ihm erschaffene Hamburg in Trümmern - Bomben und Feuersturm waren über sein Lebenswerk hinweggefegt und hatten auch viele seiner Bauwerke zerstört. 

Kindheit zwischen Bremen, Bogotá und New York

Wer war der große Stadtplaner und Architekt, der auch international hohes Ansehen genoss und dessen Arbeiten bereits um die Wende zum 20. Jahrhundert in Ausstellungen in aller Welt zu sehen waren?

Bild vergrößern
Frühe Spuren: In Leipzig ist Schumacher am Entwurf für des Rathauses beteiligt.

1869 wird Fritz Schumacher in Bremen geboren, seine Kindheit verbringt der Diplomatensohn im kolumbianischen Bogotà und in New York. Als Fritz 14 Jahre alt ist, kehrt die Familie in die Hansestadt zurück. Nach dem Abitur studiert er in München Architektur und geht nach ersten praktischen Erfahrungen in einem Münchner Architekturbüro 1895 nach Leipzig, wo er unter anderem am Entwurf des Neuen Rathauses mitarbeitet.

Architekt - Künstler - Reformer

Schon zu dieser Zeit wird deutlich, dass Fritz Schumacher nicht nur Architekt ist, sondern auch Reformer. 1899 veröffentlicht er die Streitschrift "Im Kampfe um die Kunst", in der er Einfachheit, Handwerklichkeit und einen lokalen Bezug der Architektur fordert. 1901 geht Schumacher als Professor an die Universität Dresden, wo er den Deutschen Werkbund, eine reformorientierte Vereinigung von Künstlern und Unternehmern, mitgründet. Zu seinen Studenten gehören unter anderem Fritz Bleyl, Erich Heckel und Ernst Ludwig Kirchner, die später als Brücke-Künstler berühmt werden sollten.

1909: Schumacher kommt nach Hamburg

Bild vergrößern
Für die Mönckebergstraße entwarf Schumacher eine Volkslesehalle mit einem repräsentativen Brunnen.

Am 1. September 1909 kommt Schumacher als Baudirektor nach Hamburg. Vorangegangene Angebote bekannter Hochschulen und Städte hatte er abgelehnt. In Hamburg aber sieht der nun 40-Jährige für sich die Möglichkeit, seine Vorstellungen von einer modernen Stadt umzusetzen: mehr Grünanlagen, Geschossgebäude mit höchstens fünf Etagen, Wohngebiete mit Kinderspielplätzen und Wiesen, luft- und lichtdurchflutete Wohnungen.

Dieses Thema im Programm:

Rund um den Michel | 15.06.2014 | 18:00 Uhr

Mehr Kultur

03:36

Niederdeutsche Bühne: "My Fair Lady"

23.11.2017 21:05 Uhr
NDR 1 Welle Nord
02:34

Stadtarchiv Greifswald: Bauarbeiten beginnen

23.11.2017 19:30 Uhr
Nordmagazin