Stand: 26.09.2018 12:15 Uhr

Freddy Quinn: Die Stimme der Sehnsucht

Die Fans lieben seine kräftige Bariton-Stimme und sein jungenhaftes Charisma. Bis heute gilt Freddy Quinn als erfolgreichster Künstler der Nachkriegszeit in Deutschland. Doch seit einigen Jahren ist es still geworden um den Sänger und Entertainer.

Der Junge mit der Gitarre - Freddy Quinn

Freddy, die Gitarre und die Sehnsucht der Matrosen

Zwischen 1956 und 1966 hatte er zehn Nummer-eins-Hits. Unvergessen: "Junge, komm bald wieder" und Lieder wie "Heimweh", "Brennend heißer Wüstensand" oder "Die Gitarre und das Meer". Sie prägten seinen Ruf als Hamburger Jung und Seefahrer mit Troubadourflair. Mehr als 60 Millionen Platten hat er bis zur Jahrtausendwende verkauft, 17 goldene Schallplatten, 16 Löwen und zwei Bambis bekommen. Er hat in Musikfilmen gespielt wie "Freddy, die Gitarre und das Meer" oder "Heimweh nach St. Pauli" mit der Hollywood-Schauspielerin Jayne Mansfield. Meist mimte er den heimatlosen Einzelgänger, den es als Seemann in die weite Welt zieht. Die Rollen schienen ihm auf den Leib geschneidert und bedienten die Sehnsüchte der Nachkriegsgeneration. Von Bundespräsident Karl Carstens erhielt Quinn 1984 das Bundesverdienstkreuz.

Sänger und Seiltänzer: Ein Leben auf der Bühne

Gut 60 Jahre stand Freddy Quinn auf der Bühne, die sein Leben bedeutet - als Sänger, Schauspieler, Entertainer und Zirkusartist. Doch der Mensch Freddy Quinn ist stets geheimnisvoll geblieben - rund 20 Versionen seiner Lebensgeschichte soll es geben. Dichtung und Wahrheit verweben sich, es gab immer wieder Gerüchte. Quinn schien das kalt zu lassen. Auf die Frage, ob er schwul sei, antwortete er 2006: "Es hat mich fast amüsiert, wenn Leute verbreitet haben, ich sei homosexuell." Er schaffte es, sein Privatleben weitgehend von den Medien fernzuhalten. So ist nicht einmal bekannt, ob er jemals verheiratet gewesen ist. Im Jahr 2002 bestätigte er lediglich, dass er mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Lilli Blessmann seit 1956 verlobt sei.

Abneigung gegen Adoptivvater

Am 27. September 1931 wird Freddy Quinn als Manfred Franz Eugen Helmuth Nidl im niederösterreichischem Niederfladnitz geboren - er selbst gibt Wien als Geburtsort an. Nicht Hamburg, wie man annehmen möchte, doch immerhin wurde er nach eigenen Angaben in seiner Wahlheimat gezeugt - dieses kleine Detail aus seinem meist verschlossenen Nähkästchen plaudert er gerne aus. Seine Mutter war Journalistin in Wien, sein Vater - laut Quinn - ein Kaufmann irischer Abstammung, bei dem er einige Zeit in den USA lebt. Zurück in Österreich kommt ein Stiefvater ins Spiel, gegen den sich der kleine Manfred auflehnt. Eine Zeit lang heißt er Manfred von Petz - erst 15 Jahre später darf er seinen Namen offiziell in "Quinn" ändern.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 27.09.2016 | 19:00 Uhr

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