Stand: 28.10.2013 15:04 Uhr  | Archiv

Seit 90 Jahren tönt das Radio

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Längst vergangene Zeit: So sah es im Aufnahmeraum der NORAG in der Hamburger Schlüterstraße 1929 aus.

Heute verliert der klassische UKW-Empfang immer mehr an Bedeutung, aber das Radio lebt in neuen Formen weiter: Zum Beispiel auf dem Smartphone und im Digitalradio. Künftig werden sich die Hörer auch stärker ins Programm einmischen können.

Vor allem die Art, wie junge Leute im Internet und über soziale Netzwerke kommunizieren, verändere die Radioprogramme, meint der Medienwissenschaftler Golo Föllmer. Er forscht an der Universität Halle-Wittenberg zur Zukunft des Radios: "Das Bedürfnis, den Medienkonsum tätig und mit einer Selbstwirksamkeitserfahrung verbunden zu machen, wird in dieser Generation einfach größer sein, als wir das noch hatten. Im Radio muss ich eben Möglichkeit haben, meine Meinung zu äußern, die Stimme hörbar machen zu können. Ich muss eine Möglichkeit anbieten, dass sich eine Community als eine Teil-Öffentlichkeit verbindet. Das ist so eine Aufgabe von so einem Medium."

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"Wir müssen die Hörer ankitzeln"

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Ganz gleich, wo im Sendegebiet Digitalradio gehört wird: Niemand muss sich mehr Frequenzen merken.

In den Studios haben die Bandmaschinen längt ausgedient, Musik und Beiträge kommen aus dem Computer. Auch die Sendertechnik wird digital. Das Digitalradio wird neben dem gewohnten UKW ausgestrahlt und bietet für NDR Hörfunkdirketor Joachim Knuth viele Vorteile: "DAB+ verfügt über eine erstklassige Klangtechnik, über eine sehr gute und Empfangbarkeit und mannigfaltige Mehrwerte, die Radio bisher nicht hatte. Das heißt, wir können ganz viele Informationen, ganz viele Zusatzfunktionen unseren Hörerinnen und Hörern anbieten. Und für uns wird wichtig sein, dass es nicht nur Nachfrage gibt, sondern dass wir - die Öffentlich-Rechtlichen - sie dadurch ankitzeln, dass wir interessante Zusatzangebote machen."

"Das Angebot darf nicht zu groß sein"

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So werden über DAB+ inzwischen Programme ausgestrahlt, die über UKW nicht zu hören sind, wie zum Beispiel NDR Blue. Aber die Hörer empfangen Radio auch über Kabel, Satellit und das Internet. Eine bis vor Kurzem ungekannte Vielfalt.

Der Medienwissenschaftler Golo Föllmer ist sich sicher: Den Hörern ist es künftig egal, wie das Programm zu ihnen kommt: "Ich will den Sender hören, ich weiß möglicherweise gar nicht, ob ich das über W-Lan, über UKW oder DAB höre. Also: Das muss der Hörer gar nicht wissen, das muss er über so eine Ein-Knopf-Logik bekommen, wie sie das alte Radio hat, und wie man sie genau in der Küche braucht. Ich will nicht nachdenken müssen, wo jetzt irgendwas ist und ich will auch kein zu großes Angebot haben."

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Mehr als drei Stunden Durchschnitts-Hördauer

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So sieht die NDR Radio App auf einem Smartphone aus.

Trotz aller Veränderungen hören viele Menschen unverändert lange Radio: 198 Minuten sind es derzeit im Durchschnitt pro Tag. Zwar steht es mit anderen Medien in Konkurrenz, aber beim Frühstücken, Wäsche waschen oder beim Internetsurfen gehört es für viele einfach dazu.

Heute ist es ein Vorteil des Radios, dass man dazu weder Hände noch Augen braucht. "Direkte Ansprache, Schnelligkeit, Emotionalität, Informationskompetenz bietet kein mp3-Player. Ganz im Gegenteil: mp3-Player nutzen unseren Inhalten, die damit noch mal einen neuen Vertriebsweg bekommen, und diese zusätzlichen Ausspielwege durch neue Technik sind für unser Medium, das Radio, viel mehr Chance als Risiko", sagt NDR Hörfunkdirektor Joachim Knuth.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 28.10.2013 | 07:50 Uhr

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