Stand: 14.08.2018 12:30 Uhr

Matrosenaufstand und Novemberrevolution 1918

von Helene Heise, NDR.de

29. September 1918: Die Oberste Heeresleitung informiert Kaiser Wilhelm II., dass der Krieg für Deutschland nicht mehr zu gewinnen ist und schnellstmöglich durch einen Waffenstillstand beendet werden sollte.

3./4. Oktober 1918: Angebot eines Waffenstillstands an die Alliierten.

29. Oktober 1918: In Wilhelmshaven verweigern Heizer und Matrosen des I. und III. Geschwaders der deutschen Marine den Befehl auszulaufen.

31. Oktober 1918: Die meuternden Matrosen in Wilhelmshaven ergeben sich, mehr als 1.000 Mann werden festgenommen, die Meuterer in Wilhelmshaven und Kiel interniert. Damit trägt die Marineleitung den Aufstand nach Kiel: Dort solidarisieren sich Matrosen, Soldaten und Arbeiter mit den Gefangenen.

Matrosen auf dem Rückmarsch von einer großen Demonstration in Wilhelmshaven am 10. November 1918. © picture-alliance / akg-images

Der Matrosenaufstand in Wilhelmshaven

NDR Info - ZeitZeichen -

Am 29. Oktober 1918 weigerten sich die Matrosen, noch einmal in den längst verlorenen Krieg zu ziehen. Was als Kampf ums Überleben begann, wurde zur politischen Revolte.

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3. November 1918: Kundgebung von Matrosen und Arbeitern in Kiel. Eine Militärstreife eröffnet das Feuer, sieben Männer sterben, 29 werden teils schwer verletzt.

4. November 1918: Die Nachricht von den tödlichen Schüssen verbreitet sich, alle Kieler Marineeinheiten schließen sich den Aufständischen an. Zwei Regierungsbeauftragte, der sozialdemokratische Abgeordnete Gustav Noske und Staatssekretär Conrad Haussmann werden von Berlin nach Kiel geschickt, um mit den Matrosen zu verhandeln.

5. November 1918: Gustav Noske lässt sich zum Vorsitzenden des Soldatenrates wählen. Noch am gleichen Tag bilden auch die Matrosen in Brunsbüttel, Cuxhaven, Lübeck und Hamburg Räte. In den nächsten Tagen entstehen im gesamten Reich Arbeiter- und Soldatenräte.

7. November 1918: Die Revolution erreicht München, Ludwig III., letzter Wittelsbacher, muss sich den Räten beugen und seinen Thron verlassen. Bayern ist die erste deutsche Monarchie, in der an diesem Tag die Republik ausgerufen wird.

Philipp Scheidemann hält eine Ansprache von einem Fenster der Reichskanzlei. Foto nachgestellt und nachträglich koloriert. Am 9. November 1918 rief der Sozialdemokrat Scheidemann vom Balkon des Reichstags die Republik aus. © picture-alliance / akg-images

"Es lebe das Neue, es lebe die deutsche Republik!"

Am 9. November 1918 ruft der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann vom Balkon des Berliner Reichstags die Republik aus. Historische Originalaufnahme der Rede.

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9. November 1918: Auch in Berlin gärt es seit Tagen, am 9. November erreichen die Ereignisse in der Reichshauptstadt ihren Höhepunkt. Reichskanzler Max von Baden erklärt ohne dessen Einverständnis die Abdankung Wilhelms II. Kurz darauf verkündet Sozialdemokrat Philip Scheidemann vom Balkon des Reichstags die Republik, im Tiergarten ruft Kommunist Karl Liebknecht die "freie sozialistische Republik Deutschland" aus.

10. November 1918: Deutschlands letzter Kaiser Wilhelm II. flieht ins niederländische Exil.

11. November 1918: Waffenstillstand und Ende des Ersten Weltkriegs.

Januar 1919: Niederschlagung des Spartakus-Aufstands in Berlin und damit das Ende der deutschen Revolution.

11. August 1919: Verabschiedung der neuen Weimarer Verfassung. 

Weitere Informationen

November 1918: Die Revolution der Matrosen

Am 9. November 1918 endet die letzte deutsche Monarchie, Sozialdemokrat Philipp Scheidemann ruft die Republik aus. Begonnen hat die Revolution in Wilhelmshaven und Kiel. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 29.10.2013 | 20:15 Uhr

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