Stand: 28.04.2015 13:50 Uhr

Herzogtum Mecklenburg - eine Kernzone der Hexenverfolgung

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Blick durch einen Torbogen auf die Burg Penzlin. Dort kann heute noch ein historischer Hexenkeller besichtigt werden.

"Das protestantische Mecklenburg zählte zu den Kernzonen der Hexenverfolgung.

Ungefähr 4.000 Prozesse gegen 3.700 Personen lassen sich zwischen dem ersten nachweisbaren Prozess 1336 und der letzten bekannten Anklage 1777 im einzelnen nachweisen" - und das bei dünner Besiedlung des Landes und einer geschätzten Einwohnerzahl von ca. 200.000 Bewohnern im 16./17. Jahrhundert.

St. Marien in Ribnitz © Guido Pauling Foto: Guido Pauling

Ein "Hexenfall" aus Ribnitz 1573

NDR 1 Radio MV Kulturjournal

Die zweite Folge der Reihe "Historische Kriminalfälle in Mecklenburg-Vorpommern"

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Hexenprozesse unter adliger Jurisdiktion

Eine Ursache dafür lag in der starken Zergliederung des Landes, einhergehend mit weitgreifenden adligen Rechten in Form einer Personalunion zwischen Grund-, Leib-, Gerichts- und zuweilen noch Patronatsherr. Fast 40 Prozent aller Hexenprozesse in Mecklenburg wurden vor 1640 unter adliger Jurisdiktion geführt.

Die frühesten Prozesse lassen sich in den beiden großen Hansestädten Rostock und Wismar ab Ende des 15. Jahrhunderts nachweisen. Aber erst zu Anfang des 17. Jahrhunderts stieg die Zahl der Prozesse dramatisch an. Während des gesamten Verfolgungszeitraumes ragt das Jahr 1604, in dem in Mecklenburg die Pest grassierte, mit 108 Fällen heraus.

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Exponat im historischen Hexenverließ der Burg Penzlin

Die Urteilsstruktur fiel noch relativ günstig für die Angeklagten aus: In etwa 52 Prozent (ca. 2000) aller Verfahren wurde ein Todesurteil ausgesprochen, 35 Prozent aller Angeklagten wurden freigesprochen. In weiteren 9 Prozent wurden willkürliche Strafen verhängt, 4 Prozent der Angeklagten gelang die Flucht.

(nach: Artikel zur Hexen-Verfolgung im Herzogtum Holstein von Katrin Moeller [09.05.2000] im historicum.net)

Regionale Differenzen - Vergleichbare Strukturen? Hexenverfolgung im nördlichen Deutschland.

Katrin Moeller und Burghart Schmidt (Hrg.)
DOBU Verlag, Hamburg
März 2008
ISBN: 978-3934632080
28,80 Euro

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Kulturjournal | 08.01.2008 | 19:05 Uhr

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