Stand: 16.05.2014 10:30 Uhr

Die Laeiszhalle - Stätte des Musikgenusses

von Beatrix Hasse
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Beim Eröffnungskonzert 1908 spielt das Philharmonische Orchester.

"Hallelujah", der wohl bekannte Chorus aus Georg Friedrich Händels Oratorium "Der Messias" erklingt an jenem denkwürdigen 4. Juni 1908 - zur Eröffnung von Hamburgs spektakulärem Neubau. Als "würdige Stätte für die Ausübung und den Genuss edler und ernster Musik" erbaut, soll die Laeiszhalle fortan Konzertgänger anlocken, vorwiegend aus den oberen Gesellschaftsschichten.

Einweihung mit Klängen von Händel, Brahms und Bach

Der Stifter des Gebäudes, der Hamburger Reeder Carl Heinrich Laeisz, kann die feierliche Eröffnung nicht mehr miterleben - er stirbt bereits im Jahr 1901. Dafür ist seine Familie anwesend. Zu dem feierlichen Anlass hat sie Bürgermeister Johann Heinrich Burchard, Vertreter des Senats, der Wirtschaft und der Hamburger Kulturinstitutionen eingeladen. Auf dem Festprogramm stehen neben Werken von Händel auch Beethoven, Bach und die Fest- und Gedenksprüche von Johannes Brahms. Das Philharmonische Orchester spielt die ersten Takte in einem der wichtigsten Konzertsäle der Hansestadt - und das ist die Laeiszhalle bis heute.

Carl Heinrich Laeisz: Reeder und Mäzen

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Diese Gedenktafel erinnert heute an die Stifter des Konzerthauses.

Man könne ruhig "musikalisch unvermögend" sein, solange man auf eigene Rechnung etwas Gutes daraus mache, so zitiert der Autor Joachim Mischke in seinem Buch "Hamburg Musik" Carl Heinrich Laeisz. Ein Interesse an Musik hat der vermögende Hamburger Reeder. 1899, zwei Jahre vor seinem Tod, wird Laeisz in den Vorstand der Philharmonischen Gesellschaft gewählt. Für die Schaffung einer Spielstätte nach seiner Idee stellt er aus seiner Firma beträchtliche 1,2 Millionen Goldmark zur Verfügung. Den vorhandenen Sälen der Stadt will er damit etwas Besonderes entgegensetzen, einen Konzertsaal erster Klasse.

Nach seinem Tod tritt Laeisz' engagierte Witwe Sophie Christine auf den Plan, ihrer extravaganten Haarfrisur wegen als "Pudel" bekannt. Sie stockt kurzerhand die Geldsumme auf zwei Millionen Mark auf. Ihr bürgerschaftliches Engagement stößt nicht sofort auf fruchtbaren Boden. Erst 1903 bietet der Hamburger Senat der Laeisz-Witwe ein Grundstück an: 5.000 Quadratmeter, gelegen am damaligen Holstenplatz.

Eigenwilliger architektonischer Stil

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1908 noch außergewöhnlich: Der Anblick des Konzerthauses zieht die Blicke der Menschen an.

Unter Regie der Architekten Martin Haller und Erwin Meerwein entsteht in den Jahren 1904 bis 1908 die im neobarocken Stil gehaltene Konzerthalle. In der Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum der Laeiszhalle heißt es, dass der äußere Anblick des Neubaus mit seinem durchaus sehr eigenwilligen Stil damals für einige Verwirrung sorgte. Demnach habe ein Kritiker des "Hamburger Fremdenblattes" geschrieben, dass ihm "beim Anblick des Konzerthauses Anklänge an ein französisches Schlösschen des 18. Jahrhunderts gekommen seien, zumal man dem Bauwerk seinen Zweck kaum ansehe." Haller und Meerwein hatten etwa bei ihrem Hamburger Bau auf einen Portikus - eine Säulenhalle - verzichtet, der bei jeglichen Formen von "Musentempeln" damals als Vorbau nicht fehlen durfte.

Das Foyer in der ersten Etage der Laeiszhalle ist seit dem 7. Mai 1909 um eine Attraktion reicher: Seither ziert es eine Skulptur des Komponisten Johannes Brahms. Sie stammt von dem Leipziger Künstler Max Klinger - eine Hommage an den Sohn der Stadt Hamburg und sein bedeutendes Schaffen. Alfred Lichtwark, damals Direktor der Hamburger Kunsthalle, ist Initiator der Idee. Sophie Christine Laeisz hat das Kunstwerk gestiftet.

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 14.06.2008 | 19:30 Uhr

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