Stand: 26.09.2019 20:28 Uhr

Filmfest Hamburg läuft: Beiträge aus 56 Ländern

von Patricia Batlle

144 Filme aus 56 Ländern in zehn Tagen zu zeigen - das hat sich das Filmfest Hamburg vorgenommen. Filmfestleiter Albert Wiederspiel und sein Team haben preisgekrönte Filme großer Festivals aus Locarno, Venedig, Toronto und Cannes ins Programm genommen. Das Festival hat am Donnerstag begonnen und zeigt bis zum 5. Oktober 29 Erstlings- sowie 16 Zweitfilme.

Besonders viele Filme kommen dieses Jahr aus Frankreich: Allein 20 Produktionen werden aus dem Nachbarland gezeigt, weitere 21 aus dem Filmfestprogramm wurden dort koproduziert. "Frankreich ist das größte Filmland in Europa. Das wussten wir schon immer, aber hiermit ist es noch einmal bestätigt", sagt Albert Wiederspiel. Passenderweise stand bei der Eröffnung am Donnerstag eine französische Komödie auf dem Programm: "Die schönste Zeit unseres Lebens" von Nicolas Bedos.

Zeitreise ins Jahr 1974 - "Zwei extrem vergnügliche Stunden"

"Die Komödie habe ich in Cannes gesehen und hatte damit zwei extrem vergnügliche Stunden", so Wiederspiel. Darin spielt Daniel Auteuil die Nervensäge Victor. Er wird von seiner Frau (Fanny Ardant) vor die Tür gesetzt. Sein Sohn will Victor helfen - und schickt ihn mithilfe eines Filmstudios auf eine Zeitreise ins Jahr 1974 - das Jahr, in dem sich die Eltern kennengelernt haben.

Zur Festivaleröffnung kamen unter anderem Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher, Kultursenator Carsten Brosda, die Schauspieler Axel Milberg und Hannelore Hoger, Regisseurin Hermine Huntgeburth sowie NDR Intendant Lutz Marmor.

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Trailer: "Die schönste Zeit unseres Lebens"

Die Liebeskomödie "Die schönste Zeit unseres Lebens" von Nicolas Bedos mit Daniel Auteuil und Fanny Ardant eröffnet das 27. Filmfest Hamburg. Filmstart ist 28. November. Video (01:22 min)

Wagemutiges Kino im Programm des Filmfests Hamburg

Viele Filmemacherinnen und Filmemacher halten dem Filmfest Hamburg die Treue. Einer davon ist der Franko-Kanadier Xavier Dolan. Mit dem Drama "Matthias & Maxime" läuft zum sechsten Mal einer seiner Filme im Programm, der Weltpremiere in Cannes feierte. Ebenfalls aus Cannes stammt einer der visuell beeindruckenden Schwarz-Weiß-Filme: "Der Leuchtturm" von Horror-Regisseur Robert Eggers. Im atlantischen Kammerspiel glänzen Willem Dafoe und Robert Pattinson als Leuchtturmwärter, die in ihrer Einsamkeit auf einer Insel Richtung Wahnsinn driften.

Ulrich Tukur, Johanna Wokalek und Céline Sciamma zu Gast

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Adèle Haenel (links) und Noémi Merlant spielen die Hauptrollen im Historien-Liebesdrama "Porträt einer jungen Frau in Flammen" von Céline Sciamma.

Das Publikumsfestival hat erneut zahlreiche große Namen im Programm. Seine Anwesenheit angekündigt hat etwa der britische Regisseur Ken Loach, der sein sozialkritisches Drama "Sorry, We Missed You" persönlich vorstellt. Ebenfalls zu Gast ist die französische Drehbuchautorin und Regisseurin Céline Sciamma, die mit dem Historiendrama "Porträt einer jungen Frau in Flammen" einen der schönsten Liebesfilme des Jahres präsentiert. Dem Hamburger Künstler Ulrich Tukur ist gleich ein ganzer Dokumentarfilm gewidmet, den er am 4. Oktober vorstellen wird.

Kinos beim Filmfest Hamburg

Ab dem 18. September startet an diesen Stellen der Kartenvorverkauf:

Cinemaxx
Dammtordamm 1
20354 Hamburg

Abaton
Allendeplatz 3
20146 Hamburg

Metropolis
Kleine Theaterstraße 10
20354 Hamburg

Passage
Mönckebergstraße 17
20095 Hamburg

Studio-Kino
Bernstorffstraße 93-95
22767

"Deutschstunde": Weltpremiere für Lenz-Verfilmung

Auch Ulrich Noethen, Tobias Moretti und Johanna Wokalek werden als Gäste erwartet. Sie stellen in der Weltpremiere die neue Siegfried-Lenz-Verfilmung "Deutschstunde" von Christian Schwochow vor. "'Deutschstunde' ist ein großer deutscher Film", sagt Wiederspiel. Er spiele gänzlich in Schleswig-Holstein, fast an der dänischen Grenze. "Im Roman von Lenz geht es um Emil Nolde. Ich glaube, so hochaktuell wie das Thema jetzt ist, war es nicht beim Dreh. Die wussten vor ein paar Jahren nicht, was für ein heißes Thema Emil Nolde plötzlich wird."

Viele Originalfassungen mit deutschen Untertiteln

Besonders viele Filme werden in dieser Festivalausgabe auf Deutsch untertitelt, damit das Publikum es bei fremdsprachigen Filmen einfacher hat, die Originalfassung zu genießen. 87 Produktionen würden mit deutschsprachigen Untertiteln gezeigt, so Wiederspiel. Darunter etwa der Locarno-Gewinnerfilm "Vitalina Varela" von Pedro Costa, der preisgekrönte italienische Venedig-Beitrag "Martin Eden" nach einem Roman von Jack London und die Dokumentation "Dr. Ruth" über die legendäre amerikanische Sexualtherapeutin Ruth Westheimer.

Douglas-Sirk-Preisverleihung an Nina Hoss

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Kulturjournal

Nina Hoss mit Douglas Sirk Preis ausgezeichnet

Kulturjournal

Nina Hoss zählt zu den begabtesten und bekanntesten Schauspielerinnen Deutschlands. Dafür wird ihr am Sonntag beim Hamburger Filmfest der Douglas Sirk Preis verliehen. Video (05:18 min)

Nina Hoss erhält 2019 den Douglas-Sirk-Preis. Sie ist auf dem Festival in zwei Produktionen zu sehen: In Nina Weisses Drama "Das Vorspiel" und in Katrin Gebbes Mutter-Adoptivtochter-Drama "Pelikanblut". Die Preisverleihung findet am 29. September bei der Deutschlandpremiere von Gebbes Film statt, der bereits in Venedig und Toronto gelaufen ist.

Der Norddeutsche Rundfunk ist Medienpartner und mit elf (Ko-)Produktionen beim Festival vertreten. Weltpremiere feiern etwa der Hamburg-Tatort "Die goldene Zeit" um einen Kiezmord und das Boxerinnendrama "Gypsy Queen" von Hüseyin Tabak, eine NDR Koproduktion. Zwölf Produktionen konkurrieren um den NDR Nachwuchspreis, der Langfilmdebüts oder zweite Regiearbeiten auszeichnet. Dazu gehören 2019 etwa der australische Film "Babyteeth" und das israelische Drama "Africa" sowie die kanadische Komödie "Bruderherz". Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

Der Kartenvorverkauf hat am 18. September begonnen.

Filmfest Hamburg: Stars und Highlights des Programms

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Nina Hoss: "Hamburg ist eine sehr neugierige Stadt"

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Schauspielerin Nina Hoss erhält den Douglas-Sirk-Preis 2019 beim Hamburger Filmfest. Hier ist sie mit zwei Filmen vertreten, in denen sie die Hauptrolle spielt. Ein Porträt. Audio (03:29 min)

Ken Loach über "Sorry We Missed You" beim Filmfest

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Sulaiman Tadmory: "Die Angst war immer da"

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Filmfest Hamburg läuft: Beiträge aus 56 Ländern

Das Filmfest Hamburg hat begonnen - mit einer Zeitreisekomödie aus Frankreich. 144 Filme stehen auf dem Programm. Zu Gast sind Ken Loach und Nina Hoss, die den Douglas-Sirk-Preis erhält.

Art:
Fest
Datum:
Ende:
Ort:
Filmfest Hamburg

Hamburg
Kartenverkauf:
Vorverkaufsstellen siehe filmfesthamburg.de
Hinweis:
verschiedene Kinos in Hamburg
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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Matinee | 26.09.2019 | 09:20 Uhr

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