Stand: 27.07.2020 12:21 Uhr  - NDR 90,3

Fassbinder-Biografie eröffnet das Filmfest Hamburg

Das Filmfest Hamburg wird im Herbst 2020 stattfinden - wenn auch in abgeänderter Form. Festivalleiter Albert Wiederspiel hatte bereits im Juni angekündigt, "mit allen Beteiligten in diesem Jahr eine kleine, feine, etwas andere Festivalausgabe auf die Beine zu stellen." Nun steht fest, mit welchem Eröffnungsfilm die 28. Ausgabe des Festivals startet - mit Oskar Roehlers Fassbinderbiografie "Enfant Terrible".

Eröffnungsfilm "Enfant Terrible" als Fassbinder-Hommage

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Oliver Masucci (r.) spielt Rainer Werner Fassbinder (r.), Alexander Scheer Andy Warhol in "Enfant Terrible". Der Film startet am 1. Oktober im Kino.

Der Film mit Oliver Masucci in der Hauptrolle als Rainer Werner Fassbinder, der in diesem Jahr 75 Jahre alt geworden wäre, ist Roehlers Verbeugung vor der deutschen Regie-Ikone. Auch Filmfestleiter Wiederspiel verbindet viel mit dem 1982 verstorbenen Regisseur: "Als Teenager in Kopenhagen hatte ich das Glück vom dänischen Kritiker Christian Braad Thomsen schon früh mit Fassbinder regelrecht bombardiert zu werden," erinnert er sich. Er habe mit 13 Jahren den Film "Die bitteren Tränen der Petra von Kant" entdeckt. "Da war es um mich geschehen. Wie glücklich bin ich jetzt, in diesem Ausnahmejahr mit 'Enfant Terrible' das Festival eröffnen zu dürfen! Die Kombination Oskar Roehler und Rainer Werner Fassbinder verspricht Explosives." Der Film "Entfant Terrible" war zum diesjährigen Programm des Filmfests von Cannes eingeladen - das allerdings nicht stattgefunden hat. Es wäre der einzige deutsche Beitrag beim Festival gewesen.

Interview

"Fassbinder konnte eine Art Gefühlsdiktator werden"

Oskar Roehlers Fassbinder-Drama "Enfant Terrrible" läuft im Herbst an. Ein Gespräch mit Roehler über die Regielegende Rainer Werner Fassbinder, der am Sonntag 75 Jahre alt geworden wäre. mehr

Beschränkungen: Weniger Filmemacher in Hamburg

Ab dem 24. September bis zum 3. Oktober sollen 70 Kinofilme der verschiedenen Sektionen in den Partnerkinos des Festivals, dem Abaton, dem Cinemaxx, dem Metropolis, dem Studio Kino und dem Passage Kino vorgeführt werden. "Aufgrund der Reisebeschränkungen werden sicherlich weniger Filmemacherinnen und Filmemacher kommen können", sagt Wiederspiel. Trotzdem möchte das Festival seinem Publikum "so viel Festivalfeeling wie möglich vermitteln, dazu gehören immer auch die Gespräche am Ende eines jeden Films". Die Gespräche mit den Künstlerinnen und Künstlern fänden live statt, allerdings nur digital. Zudem würden auch vorab aufgezeichnete Interviews nach der Vorführung ausgestrahlt werden. Weitere Gespräche zum Beispiel mit den Fachgästen des Festivals würden überwiegend digital stattfinden.

Festivals planen spannenden Kulturherbst

Hamburg Journal -

Beim Filmfest Hamburg und beim Harbour Front Literaturfestival laufen die Vorbereitungen für einen Herbst unter Corona-Bedingungen. Was erwartet die Besucher dieses Jahr?

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Neuerung: Streaming-Tickets beim Filmfest Hamburg

Zu erwarten ist, dass im September aus Hygienegründen weiter strenge Abstandsregeln im Kino gelten - daher passt nicht so viel Publikum wie sonst in die Säle. Wegen dieser möglichen Platzbeschränkungen will das Festival erstmalig Streaming-Tickets für die Vorführungen anbieten.

Auf Preise verzichtet das Filmfest fast komplett, nur einen Publikumspreis soll es geben. Verzichtet wird darüber hinaus auch auf den deutschen Premierenstatus bei den Filmeinreichungen. Das Binnenalster Filmfest, das traditionell als Open-Air-Veranstaltung mit Kino- und Opernvorführungen vorab an der Binnenalster stattfindet, entfällt dieses Jahr. Dennoch: "Wir freuen uns über jeden Gast, der im Herbst den Weg nach Hamburg findet", so Wiederspiel.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 27.07.2020 | 19:00 Uhr

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