Stand: 15.02.2018 09:24 Uhr

"3 Tage in Quiberon": Zoom auf Romy Schneider

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Emily Atefs zweiter Film "Das Fremde in mir" lief beim Filmfest in Cannes. Nun läuft "3 Tage in Quiberon" im Wettbewerb der Berlinale.

Sie hat Wurzeln in Deutschland, Frankreich und dem Iran und wuchs in Berlin, Los Angeles und Paris auf: Emily Atef ("Das Fremde in mir"). Später arbeitete sie in London am Theater und lernte Regie bei der Fernsehakademie Berlin. Die Regisseurin präsentiert ihren neuen Film "3 Tage in Quiberon" am 19. Februar im Wettbewerb der Berlinale.

Die in Schwarz-Weiß gedrehte NDR Koproduktion handelt von drei wichtigen Tagen im Leben des Weltstars Romy Schneider (gespielt von Marie Bäumer) im französischen Kurort Quiberon. Der Spielfilm startet bundesweit am 12. April 2018 im Kino. Kurz vor der Berlinale traf NDR.de die Künstlerin beim Empfang der Filmförderung Hamburg Schleswig Holstein, die den Film unterstützt hat, zum kurzen Interview.

Wie haben Sie davon erfahren, dass Ihr Film bei der Berlinale läuft?

Emily Atef: Ich war in den USA. Mein Vater lebte dort, ich bin teilweise dort aufgewachsen. Weihnachten bin ich immer dort, auf der kleinen Insel Catalina Island, eine Stunde von Los Angeles entfernt. Ich war krank, bin um 7 Uhr morgens mit verstopfter Nase und Halsschmerzen aufgewacht und habe auf mein Handy geguckt. Da war eine E-Mail von Festivalleiter Dieter Kosslick. Es war 15 Uhr in Deutschland, er hatte sie ein paar Minuten vorher abgeschickt. Ich war so schockiert, dass ich die Mail erst einmal meinen Mann zum Lesen gegeben habe. Er hat es gelesen und gesagt: "Ich glaube, du bist im Wettbewerb!" Dann habe ich ihm das Telefon aus der Hand gerissen und selbst geschaut. Ich war so glücklich, dass ich ziemlich schnell wieder gesund geworden bin, weil das so ein Kick war!

Norddeutsche Filme bei der Berlinale

Im Spielfilm mit Charly Hübner als Robert Lebeck, Marie Bäumer als Romy Schneider und Robert Gwisdek als "Stern"-Reporter Michael Jürgs geht es  um ein bestimmtes Kapitel im Leben von Romy Schneider. Was hat Sie bewogen, über genau diesen Teil von Schneiders Leben einen Film zu machen?

Atef: Das Besondere an diesem Kapitel aus Romy Schneiders Leben waren erst einmal die Bilder von Robert Lebeck. Man ist zu mir gekommen und hat mir gesagt, möchtest du einen Film über Romy Schneider in Quiberon, über ihr letztes Interview auf Deutsch machen? Dann habe ich mir erst einmal diese Bilder angeschaut. Diese Fotos handelten nicht vom Weltstar von damals, dem größten europäischen Star Romy Schneider. Die Bilder zeigten den Menschen Romy Schneider. Das Gleiche ist es mit dem Interview von Michael Jürgs: Das Interview war so offen, so uneitel, so ohne Filter. Das hat mich so sehr bewegt, dass mich das Projekt total gereizt hat. Auch, dass es sich um eine Zeitspanne von drei Tagen handelt - dass es so ein Zoom auf Romys Leben war.

Ihr Film konkurriert mit 18 anderen Filmen im Wettbewerb. Worauf freuen Sie sich am meisten?

Atef: Auf einen meiner Helden, Gus van Sant! Ich liebe seine Filme. Überraschenderweise habe ich einen seiner Filme, "Last Days", meinem Team gezeigt. Darin geht es um die letzten Tage von Kurt Cobain. Obwohl der Film nicht in Schwarz-Weiß ist, habe ich ihn meinen Schauspielern und meinem Kameramann als Inspiration für "3 Tage in Quiberon" gezeigt. Und ich freue mich darauf, meine deutschen Kollegen und ihre Filme zu sehen.

Produktionsdaten

"3 Tage in Quiberon" wurde von Karsten Stöter (Rohfilm Factory) in Koproduktion mit Dor Film (Österreich), Sophie Dulac Productions (Frankreich), NDR, ARTE, ORF, Tita B Productions, Departures Film und Rohfilm Berlin produziert. Gefördert wurde der Film durch die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, die Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), die Filmförderungsanstalt (FFA) sowie den Deutschen Filmförderfonds (DFFF), Österreichisches Filminstitut, Eurimage, Creative Europe Media Fond und Region Bretagne. Die Redaktion im NDR hat Sabine Holtgreve.
Weltpremiere: Montag, 19. Februar 2018 um 18.15 Uhr im Berlinale-Palast

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 15.02.2018 | 06:20 Uhr

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