Stand: 22.04.2020 17:39 Uhr

"Tales from the Loop": Zwischen Raum und Zeit

von Hartwig Tegeler

Der schwedische Künstler Simon Stålenhag veröffentlichte vor zwei Jahren das Buch "Tales from the Loop", eine Mischung aus Bildband und Roman. Die Handlung: Ein gigantisches unterirdisches Forschungsprojekt mit dem stärksten Teilchenbeschleuniger der Welt löst merkwürdige Phänomene auf der überirdischen Umwelt aus. Auf Amazon Prime erscheint jetzt die daran angelehnte achtteilige Serie "Tales from the Loop".

Die Serie "Tale from the Loop" erzählt acht Geschichten, die eingebettet sind in einen Retro-Futurismus der 80er- und 90er-Jahre. Das Bild prägen häufig kahle Landschaften mit merkwürdigen Objekten: verrosteten riesigen Eisenkugeln, riesige Robotern und Kühl-Türme. Die Objekte aus "Tales from the Loop" stammen aus dem gleichnamigen illustrierten Roman des Künstlers Simon Stålenhag, der damit ein ländliches Schweden zeigte. Die Serie spielt allerdings in einem Ohio, in dem die Zeit stillzustehen scheint.

Jonathan Price spielt mysteriösen Wissenschaftler

Der Chef der unterirdischen Forschungseinrichtung, gespielt von Jonathan Pryce, führt in die Serie ein:

"Ich bin der Gründer des Mercer-Forschungszentrum für experimentelle Physik. Es befindet sich hier außerhalb der Kleinstadt Mercer in Ohio. Einheimische nennen es wie die Schleife in der Physik, den Loop. Seine Aufgabe, die Entschlüsselung und Erforschung der Mysterien des Universums." Filmzitat

Doch bei dieser Entschlüsselung der Mysterien, die in acht Geschichten erzählt werden, geht es um merkwürdigere Sachen als das Ergebnis der Experimente im Loop. Beispielsweise wenn zwei Jungen einen Körpertausch vornehmen. Oder wenn ein junges Liebespaar ein technisches Gerät findet, das es ihm ermöglicht, die Zeit für alle anderen anzuhalten und das Paar nun ganz allein in der Welt lebt. Ein Traum, der sich im Alltag der Zweisamkeit in einen Albtraum verwandelt.

"Tales from the Loop": Meditation über Menschen

"Tales from the Loop" ist kein Science-Fiction-Spektakel, sondern wirkt eher wie eine Meditation über menschliche Gefühle: Leid, Trauer und den Wunsch nach Zugehörigkeit. Die Mutter, die in einem kleinen Mädchen sich selbst erkennt. Dabei wird nicht deutlich, ob sie über die Vergangenheit, die Gegenwart oder gar die Zukunft redet. Denn die Dimensionen, auch die des Raums, scheinen in "Tales from the Loop" nie wirklich gesichert. Der Grundton dieser faszinierenden Serie "Tales from the Loop" ist nicht dunkel, wohl auch weniger dystopisch, sondern tief melancholisch.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Journal | 22.04.2020 | 06:40 Uhr

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