Stand: 04.06.2018 14:16 Uhr

"Swimming With Men": Wassersport als Lebenshilfe

Swimming With Men
, Regie: Oliver Parker
Vorgestellt von Krischan Koch

Das britische Kino hat ein Faible für Männer mit ungewöhnlichen Leidenschaften. In "Ganz oder gar nicht" versuchten sich vor zwanzig Jahren ein paar arbeitslose Kumpel als Stripper. Der Schuljunge "Billy Elliot" träumte von einer Ballettkarriere. Jetzt versucht sich eine Männergruppe im Synchronschwimmen in "Swimming With Men".

Eric ist in der Midlife-Krise. Sein Job als Buchhalter in der Bank ödet ihn an, sein pubertierender Sohn will nichts von ihm wissen und seine Frau macht neuerdings Karriere in der Lokalpolitik und hat möglicherweise eine Affäre. Im Hallenbad, wo Eric zum Ausgleich seine einsamen Bahnen zieht, lernt er eine seltsame Männergruppe kennen, die neben ihm rhythmisch durchs Wasser gleitet. Ein Club von Synchronschwimmern.

Ein Gruppe Männer im Schwimmbad. Vor ihnen ein stehend ein Polizist. Rechts neben den Männern stehend eine Frau im Badeanzug. Eine Szene aus dem Film "Swimming with Men". © Alamode Filmverleih

Filmtrailer: "Swimming with Men"

"Swimming with Men" ist eine zauberhafte britische Komödie. Die Besetzung war entscheidend. Rob Brydon ist als Hauptdarsteller der Dreh- und Angelpunkt in der Geschichte.

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Eric findet sofort seinen Platz in der Gruppe

Es ist ein bunter Haufen sehr unterschiedlicher Typen, die aber eines verbindet. Wenn sie majestätisch im Wasser schweben, vergessen sie den Frust in der Firma, den Stress in ihren Beziehungen und die Tyrannei des Alters. Eric (gespielt von Rob Brydon) wird sofort in die Gruppe aufgenommen. Schließlich kann er seine Kenntnisse aus der Finanzbuchhaltung bei der Entwicklung neuer Schwimmfiguren bestens einbringen. Denn Synchronschwimmen ist nichts anderes als höhere Mathematik.

Bei Schwimmszenen nicht gedoubelt

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Das Training ist hart, aber Eric fühlt sich seit langer Zeit wieder gut.

Regisseur Oliver Parker führt die männlichen Synchronschwimmer nicht als lächerliche Witzfiguren vor. Er nimmt diese kantigen Alltagstypen ernst. Dabei verzichtet er auf eine große Starbesetzung. Seine wunderbaren Darsteller überspielen den fehlenden Waschbrettbauch mit britischem Understatement. Das wirkt sehr echt. Selbst die Schwimmszenen wurden nicht gedoubelt, wie Hauptdarsteller Rob Brydon stolz erzählt.

Bademeisterin als knallharter Coach

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Die toughe Susan (Charlotte Riley) - einst selbst Synchronschwimmerin - wird zum Coach der Männergruppe.

Underdog Eric wird schließlich zum Helden. Doch bevor er und seine Mitstreiter zur inoffiziellen Weltmeisterschaft der Synchronschwimmer nach Mailand reisen, warten noch ein paar verschärfte Trainingseinheiten. Dabei entpuppt sich die nette Bademeisterin, die den Männern den Kopf verdreht, als echter Drachen.

Bei den kunstvollen Schwebefiguren im Wasser lernen die Männer, ihre Gefühle zu zeigen. Sie fassen wieder neuen Mut, und am Ende finden sie auch ihr Liebesglück. Zwischendurch dümpelt das Wasserballett kurz mal etwas dahin. Aber wenn die Truppe bei der Weltmeisterschaft ins Wasser springt und ihre mitreißenden Pirouetten dreht, dann schmelzen wir dahin. "Swimming With Men" ist typisch britisch, wunderbar skurril, komisch und wirklich herzergreifend.

Swimming With Men

Genre:
Komödie
Produktionsjahr:
2018
Produktionsland:
Großbritannien
Zusatzinfo:
mit Rob Brydon, Adeel Akhtar, Daniel Mays, Jim Carter, Rubert Graves, Thomas Turgoose, Charlotte Riley, Jane Horrocks
Regie:
Oliver Parker
Länge:
94 min
FSK:
Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Kinostart:
7. Juni 2018

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kultur | 04.06.2018 | 12:55 Uhr

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