Stand: 29.01.2018 11:21 Uhr

Oscars: Benrath nominiert - Akin geht leer aus

Große Freude für die Lübeckerin Katja Benrath. Sie hat in der Kategorie "Live-Action-Kurzfilm" mit ihrer Produktion "Watu Wote - All Of Us" eine Oscarnominierung ergattert. Das teilte die Oscar Academy am Dienstag in Los Angeles mit. Benrath hatte mit ihrem Abschlussfilm der Hamburg Media School im Oktober bereits den goldenen Studenten-Oscar gewonnen, einen der begehrtesten Nachwuchspreise der US-Filmindustrie. Benrath erfuhr von der Nominierung in Kenia, wo "Watu Wote" auch gedreht wurde. Der Film sei ein Werk von vielen Kräften und die Ehre gebühre vielen Menschen, teilte Benrath der Deutschen Presse-Agentur per E-Mail mit. Sie feiere mit dem "riesigen kenianischen Team", ohne das "dieser Film niemals das geworden wäre, was er ist", schrieb sie.

"Watu Wote - All Of Us" beruht auf einer wahren Geschichte. Bei einem Angriff der radikal-islamischen Terrorgruppe Al-Shabaab im Jahr 2015 auf einen Bus an der Grenze zwischen Kenia und Somalia hatten sich Muslime schützend vor Christen gestellt.

Hans Zimmer darf auf weiteren Oscar hoffen

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Großer Favorit ist "Shape of Water"

Das Drama "Shape of Water - Das Flüstern des Wassers" vom mexikanischen Regisseur Guillermo del Toro erhielt insgesamt 13 Nominierungen. Mehr bei tagesschau.de. extern

Auch der deutsche Komponist Hans Zimmer darf sich Hoffnungen auf einen Oscar machen. Der gebürtige Frankfurter geht mit der Filmmusik für Christopher Nolans Kriegsdrama "Dunkirk" in seine elfte Nominierung. Zuletzt war er 2015 für die Vertonung von Nolans Science-Fiction-Film "Interstellar" nominiert gewesen. Für "Der König der Löwen" wurde Zimmer 1995 mit dem Oscar ausgezeichnet.

Keine Nominierung für Fatih Akin

Große Enttäuschung dagegen beim Hamburger Filmemacher und Regisseur Fatih Akin. Er holte die begehrte Oscar-Nominierung für sein NSU-Drama "Aus dem Nichts" trotz großer Hoffnungen nicht. Der deutsche Beitrag verlor gegen "A Fantastic Woman" aus Chile, das russische Drama "Loveless", "The Insult" aus dem Libanon, den schwedischen Film "The Square" und den ungarischen Berlinale-Sieger "Körper und Seele".

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Mehrere Auszeichnungen hat der 44-jährige Fatih Akin für seinen Film "Aus dem Nichts" schon bekommen - für den Oscar ist er nicht nominiert.

Akin hatte mit seinem Thriller bereits wichtige Preise ergattert. In Cannes erhielt Hauptdarstellerin Diane Kruger die Palme als "Beste Schauspielerin". In Los Angeles nahm der Hamburger Autor und Regisseur im Januar den Golden Globe für den "besten fremdsprachigen Film" entgegen. Kurze Zeit später erhielt das Drama auch einen Critics' Choice Award. In "Aus dem Nichts" erzählt der türkischstämmige Akin die Geschichte eines Anschlags zweier Neonazis, bei dem ein kurdischer Vater und sein kleiner Sohn ums Leben kommen. Die Filmhandlung erinnert an die Morde des NSU in Deutschland. Die rechtsextreme Gruppe hatte zwischen 2000 und 2006 neun Männer mit Migrationshintergrund ermordet.

Branchen-Interesse am Standort Hamburg gestiegen

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"Fatihs Erfolg hilft uns sehr", sagt Maria Köpf von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein.

Dass "Aus dem Nichts" weltweit Erfolg hat, spürt man in Hamburg. Maria Köpf, Geschäftsführerin der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, die das in Hamburg gedrehte Drama mit gefördert hat, sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa: "Mit dem Golden Globe und dem Critics' Choice Award für Fatih hat das Jahr gut begonnen. Wir merken, dass das Interesse am Filmstandort Hamburg nicht zuletzt deswegen noch einmal deutlich gestiegen ist". Es gebe deutlich mehr Anfragen aus dem Ausland, ergänzt sie: "Fatihs Erfolg hilft uns sehr."

Der Film läuft seit dem 23. November in deutschen Kinos und verzeichnet nach dem Gewinn des Golden Globe erneut wachsende Zuschauerzahlen. In den deutschen Kinos haben mehr als 500.000 Besucher das NSU-Drama gesehen. "Auch in Frankreich läuft der gut", sagt Fatih Akin. In den USA läuft er seit Ende November in ausgewählten Kinos. Die Produktion wurde bereits in rund 60 Länder verkauft.

Fatih Akin im Interview bei der Deutschlandpremiere seines Filmes "Aus dem Nichts" in Hamburg © NDR Foto: Patricia Batlle

Fatih Akin: "Habe Erfolg und Krisen erlebt"

NDR Info

Autor, Regisseur, Produzent: Fatih Akin macht seit 20 Jahren Filme. Ein Goldener Bär und der Golden Globe für "Aus dem Nichts" krönen die Karriere des Hamburgers. Ein Porträt.

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2007 letzter deutscher Oscar-Erfolg

2017 war Deutschlands Oscar-Hoffnung "Toni Erdmann" von Maren Ade für den Oscar nominiert worden, ging bei der Verleihung aber leer aus. Den Auslands-Oscar holte zuletzt "Das Leben der Anderen" von Florian Henckel von Donnersmarck im Jahr 2007 nach Deutschland. Zuvor hatten auch Volker Schlöndorffs "Blechtrommel" (1979), István Szabós "Mephisto" (1981) und Caroline Links "Nirgendwo in Afrika" (2003) die Trophäe gewonnen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassikboulevard | 23.01.2018 | 15:40 Uhr

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