Regisseurin Chloe Zhao (l) steht mit der Schauspielerin Frances McDormand am Set von "Nomadland" © Searchlight Pictures/AP/dpa Bildfunk

Oscars: "Nomadland" gewinnt bester Film und beste Regie

Stand: 26.04.2021 06:18 Uhr

Chloé Zhao hat mit "Nomadland" den Oscar als bester Film gewonnen. Zudem wird die aus China stammende US-Filmemacherin die zweite Frau mit einem Regie-Oscar. Auch Hauptdarstellerin Frances McDormand wurde ausgezeichnet.

von Patricia Batlle

Bei der Oscargala in der Nacht zum Montag hat die 39-jährige Chloé Zhao Filmgeschichte geschrieben. Die in Peking geborene und in die USA eingewanderte Filmemacherin hat den Oscar als beste Regisseurin gewonnen. Die Filmemacherin Chloé Zhao ist damit die erste nicht-weiße Regisseurin der Filmgeschichte mit einem Oscar und erst die zweite Frau, die für die beste Regie ausgezeichnet wird. 2010 siegte Kathryn Bigelow mit "The Hurt Locker - Tödliches Kommando". "Nomadland" war darüber hinaus für den Schnitt und das beste adaptierte Drehbuch nominiert - in allen Kategorien hat Zhao künstlerisch mitgewirkt.

Dritter Oscar für Frances McDormand

Frances McDormand in dem Film "Nomadland" von Chloé Zhao © picture alliance/Everett Collection
Frances McDormand spielt in Chloé Zhaos Drama "Nomadland" die Hauptrolle als eine moderne Nomadin.

Die mit dem Oscar als beste Schauspielerin ausgezeichnete Frances McDormand rief das Millionenpublikum an den Fernsehern dazu auf: "Bitte schaut diesen Film auf der größtmöglichen Leinwand an! Und bald, ganz bald, nehmt alle die ihr kennt in eine Kino, Schulter an Schulter ins Dunkel und schaut euch alle hier nomierten Filme an!". Für McDormand ist es bereits der dritte Oscar als beste Hauptdarstellerin. Zuvor wurde sie bereits für ihre Rollen als Marge Gunderson in "Fargo" (1997) und als Mildred Hayes in "Three Billboards Outside Ebbing", Missouri" (2018) ausgezeichnet.

"Nomadland". McDormand spielt Fern - eine moderne Nomadin

"Nomadland" erzählt die Geschichte einer Frau, die einen wirtschaftlichen Kollaps erlebt, danach ihre Sachen packt und in ihrem Bus als moderne Nomadin durch das ländliche Nevada fährt. Frances McDormand spielt die Hauptrolle Fern. David Strathairn spielt im Film die Rolle eines Freundes.

Bester Film gegen starke Konkurrenz

In der Kategorie Bester Film hat sich "Nomadland" gegen sieben weitere Konkurrenten, darunter der für zehn Oscars nominierte Film "Mank", "The Sound of Metal", "Judas and the Black Messiah" und "The Trial of the Chicago 7" durchgesetzt. Nach ihrem Dank ans Filmteam und die Oscar Academy dankte Chloé Zhao allen beteiligten Laiendarstellerinnen und -darstellern und den Nomaden im Film. "Danke, dass ihr uns die Kraft des Durchhaltens, der Belastbarkeit und der Hoffnung beigebracht habt. Und dass ihr uns daran erinnert habt, wie echte Güte aussieht."

Chloé Zhaos dritter Film bereits vorher mehrfach ausgezeichnet

Ein junger Mann mit weißem Hut (Brady Jandreau) reitet auf einem Schimmel - Szene aus dem Film "The Rider" von Chloe Zhao © Weltkino Filmverleih GmbH
"The Rider" von Zhao handelte von einem jungen Rodeo-Reiter nach einem schweren Unfall, der nie wieder reiten darf.

Vor den Oscars war "Nomadland" bereits großer Sieger des Filmfests Venedig, und räumte wichtige Preise bei den Golden Globes und bei den britischen Filmpreisen Baftas ab. Der Film feierte sein Deutschlandpremiere als Abschlussfilm beim FIlmfest Hamburg im Oktober, ein bundesweiter Filmstart steht noch nicht fest. Es ist der dritte Spielfilm der US-Independent-Regisseurin Chloé Zhao nach ihrem Erstling "Songs My Brothers Taught Me" und dem halbdokumentarischen Publikumsliebling "The Rider" um einen jungen Ranger, der nach einem Unfall gar nicht mehr reiten, geschweige denn zu Rodeos darf.

 

Regisseurin Chloe Zhao mit ihrem Oscar für die beste Regie für ihr Sozialdrama "Nomadland" bei der 93. Oscar-Preisverleihung © Uncredited/ABC/AP/dpa bildfunk
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NDR Info | Kultur | 20.04.2021 | 07:55 Uhr

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