Stand: 20.02.2018 10:30 Uhr

Drama mit Meryl Streep und Tom Hanks

Die Verlegerin
, Regie: Steven Spielberg
Vorgestellt von Bettina Peulecke

Hochkarätiger geht es kaum: Der Regisseur Steven Spielberg hat mit der Schauspielerin Meryl Streep und ihrem Kollegen Tom Hanks in den Hauptrollen einen oscarnominierten Film gemacht: "Die Verlegerin" erzählt die Geschichte der ersten Zeitungsverlegerin der USA und der Veröffentlichung der "Pentagon Papers" in der "Washington Post" im Jahre 1971.

Szene aus "Die Verlegerin".

Spielbergs Verlegerin: Ein Film als Statement

ZAPP -

Kathrine Graham war die erste Zeitungsverlegerin in den USA. Sie bot den Mächtigen die Stirn. "Die Verlegerin" ist aber mehr als eine Hommage, es ist auch ein aktuelles Statement.

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Ein Wistleblower liefert brisante Informationen

Ben Bradlee, Chefredakteur der "Washington Post", hat ein freundschaftliches Verhältnis zu seiner Chefin. Kathrine Grahams' Vater hat die Zeitung gegründet. Nach dem Tod ihres Mannes hält sie den verantwortungsvollsten Posten ihres Lebens inne: Als Herausgeberin muss sie entscheiden, ob eine geheime Studie veröffentlicht wird, aus der hervorgeht, dass die Regierung die Öffentlichkeit über den Vietnamkrieg belogen hat. In der Zwischenzeit läuft die professionelle Recherche. Ein Whistleblower besorgt die Geheimpapiere, doch selbst innerhalb der Redaktion herrscht Skepsis.

Kathrine Graham entscheidet: Die Story wird gedruckt. Als Steven Spielberg das Drehbuch zu "Die Verlegerin" bekam, war er mitten in der Arbeit zu einem Science-Fiction-Streifen. Trotzdem entschied er, das Projekt umzusetzen. Er fand den Stoff so aktuell, dass er ihn kurzerhand dazwischenschob, denn der Regisseur sieht Parallelen zwischen damals und heute: "Zwei Präsidenten, die beide der Nachrichtenpresse den Krieg erklärt haben. Nixon hatte damit keinen Erfolg und trat am Ende zurück. Und wir müssen all das überwinden, was uns allen in den letzten 16 Monaten unterstellt wurde."

Parallelen zur aktuellen US Politik

Tom Hanks hat größten Respekt vor der Veröffentlichung der "Pentagon Papers". Denn damals war das eine gefährliche Sache, heute hingegen könne jeder so ziemlich alles drucken, ohne das sich irgendjemand darum schert.

"Die Verlegerin" ist der erste hochkarätige Mainstream-Hollywood-Kommentar zum derzeitigen US Präsidenten. Aber das großartige Journalistendrama ist mehr als ein tagespolitisches Fanal, mehr als ein Plädoyer für Pressefreiheit und mehr, als der erneute Beweis, dass es einfach keine Oscar-Verleihung ohne eine Nominierung für Meryl Streep geben kann, es ist ihre 21.

Meryl Streep als Ikone des Feminismus

Ihre Figur der reichen Erbin wird streckenweise zur feministischen Ikone stilisiert. Und die Schauspielerin weiß, was sie sie spielt: "Ich bin schon in Besprechungen gewesen, in denen ich eine von zwei Frauen in einer Runde von acht Männern war. Eine von uns machte einen Vorschlag, die Männer schauten sich an, und es wurde hin- und her diskutiert. Ein Mann machte genau denselben Vorschlag, und die Reaktion war: Das ist der Weg! Ich kenne keine Frau, die nicht schon mal in genau so einer Besprechung gesessen hätte."

"Die Verlegerin" ist ein grandioser Old-School-Doppelschlag: hochaktuell und zeitlos zugleich. Mit einer Schlussszene, die sicher nicht zufällig an den Anfang von Alan J. Pakulas Watergate-Drama "Die Unbestechlichen" erinnert. Wiederholt sich die Geschichte?

Die Verlegerin

Genre:
Drama
Produktionsjahr:
2017
Produktionsland:
USA
Zusatzinfo:
mit Meryl Streep, Tom Hanks, Bob Odenkirk, Sarah Paulson
Regie:
Steven Spielberg
Länge:
117 Min
FSK:
ab 6 Jahre
Kinostart:
22. Februar 2018

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Neue Filme | 21.02.2018 | 08:55 Uhr

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