Stand: 11.04.2017 14:00 Uhr

Gute-Laune-Film mit Shirley MacLaine

Zu guter Letzt
, Regie: Mark Pellington
Vorgestellt von Walli Müller

Geschichten über Oldies, die es allen noch einmal so richtig zeigen wollen, sind fast schon ein eigenes Film-Genre. Man nehme ein paar Hollywood-Altstars, packe sie in eine schwungvolle Agenten- oder Romantik-Komödie - und das Kino-Publikum amüsiert sich. Diese Woche kommen gleich zwei Filme mit Hollywood-Legenden ins Kino: Morgan Freeman, Michael Caine und Alan Arkin rauben eine Bank aus in "Abgang mit Stil" - und Shirley MacLaine gibt ihren eigenen Nachruf in Auftrag: "Zu guter Letzt" heißt die Komödie.

Shirley MacLaine (Harriet Lauler) und Amanda Seyfried (Anne Sherman) in dem Film "Zu guter Letzt". © Tobis

Filmtrailer: "Zu guter Letzt"

In "Zu guter Letzt" spielt Shirley MacLaine eine garstige Diva, die auf einmal nette Seiten zeigt. Über ein paar seichte Stellen im Drehbuch geht die Hollywood-Legende locker hinweg.

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Gelungene Kombination: Junge Schöne und altes Biest

Ein Kontroll-Freak wie Harriet Lauler will auch ihren eigenen Nachruf bitte schön vorher gegenlesen. Also gibt die pensionierte Geschäftsfrau, gespielt von Shirley MacLaine, die posthume Laudatio persönlich in Auftrag - bei einer jungen Journalistin. Das Problem ist nur: Die Autorin, gespielt von Amanda Seyfried, findet keinen Menschen, der an dieser miesmuffeligen alten Zimtzicke auch nur ein gutes Haar lassen würde.

Die junge Schöne und das alte Biest - man ahnt schon, dass sie sich trotz anfänglicher Abneigung näherkommen werden. In solchen Komödien-Konstellationen müssen die Hauptfiguren ja immer voneinander lernen. Harriet Lauler erst einmal, dass sie vielleicht nicht alles richtig gemacht hat in ihrem Leben als Karrierefrau. Aber für einen anständigen Nachruf ist sie bereit, sich - "Zu guter Letzt" - doch noch zu ändern, und als alte Zynikerin weiß sie auch genau, wie man beim Publikum Eindruck schindet.

Profi MacLaine dominiert den Film

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Anne (Amanda Seyfried, links) ist mit ihrer Auftraggeberin Harriet (Shirley MacLaine) und der vorlauten kleinen Brenda (AnnJewel Lee Dixon) unterwegs.

Schnell wird für Mrs. Lauler also eine schwer erziehbare, schwarze Göre ausfindig gemacht - und siehe da, so übel ist die Alte gar nicht als Vorbild für selbstbewusste kleine Mädchen! Klar ist die Handlung vorhersehbar. Aber Shirley MacLaine spielt die Rolle mit so einer Lust und resoluter Kodderschnauze, dass es einfach Spaß macht, ihr zuzuschauen. Eine MacLaine-Show, bei der Kollegin Seyfried eher als Stichwortgeberin dient.

83 wird die Hollywood-Diva Ende April. Man sieht, dass sie ein Leben gelebt hat. Und das ist schön! Die aalglatten Gesichter junger Hollywood-Stars haben längst nicht so viel zu erzählen. Zum Beispiel über die Kämpfe, die erfolgreiche Frauen in einer von Männern dominierten Welt auszutragen hatten. Es hat ja auch seinen Grund, warum Film-Heldin Harriet die Dinge so sarkastisch sieht. Dann wieder kann sie wunderbar charmant sein - wenn sie sich mit über 80 plötzlich als Radio-Moderatorin ausprobiert. 

"Zu guter Letzt" liefert Shirley MacLaine hier eine Feel-Good-Komödie ab, die bestens unterhält. Über die seichten Stellen im Drehbuch spielt eine Hollywood-Legende wie sie locker hinweg.

Zu guter Letzt

Genre:
Komödie
Produktionsjahr:
2017
Produktionsland:
USA
Zusatzinfo:
mit Shirley MacLaine, Amanda Seyfried, Anne Heche
Regie:
Mark Pellington
Länge:
108 Min.
FSK:
FSK keine Altersbeschränkung
Kinostart:
13. April 2017

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Neue Filme | 13.04.2017 | 07:20 Uhr

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