Vier Personen posieren für ein Drehstartfoto © NDR/Gerald von Foris Foto: Gerald von Foris

Johann Scheerers Reemtsma-Roman wird in Hamburg verfilmt

Stand: 15.03.2021 15:44 Uhr

Die Dreharbeiten für die NDR Kino-Koproduktion "Wir sind dann wohl die Angehörigen" haben in Hamburg begonnen. Sie basiert auf Erinnerungen von Johann Scheerer - Sohn von Jan Philipp Reemtsma.

Die Literaturverfilmung "Wir sind dann wohl die Angehörigen" ist eine Produktion der Firma 23/5 Filmproduktion GmbH in Koproduktion mit NDR, BR und in Zusammenarbeit mit Arte. Sie erzählt aus der ungewöhnlichen Perspektive des 13-jährigen Johann von der Entführung seines Vaters Jan Philipp Reemtsma. Der Kinofilm ist die Geschichte einer Familie im Ausnahmezustand.

Schmid verfilmt Scheerers Buch über Reemtsma-Entführung

Regisseur und Autor Hans-Christian Schmid ("Crazy", "Lichter") inszeniert das gemeinsam mit Michael Gutmann entwickelte Drehbuch. Sein Inhalt: Am 25. März 1996 wird der Publizist Jan Philipp Reemtsma entführt. Sein Sohn Johann und seine Frau Ann Kathrin erleben mit, wie sich ihr Zuhause über Nacht in eine Einsatzzentrale verwandelt. Zwei Betreuer der Polizei, der Anwalt der Familie und ein enger Freund bilden eine Schicksalsgemeinschaft, verbunden nur durch das gemeinsame Ziel, Johanns Vater möglichst schnell und unversehrt nach Hause zu holen.

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Cover des Buches "Wir sind dann wohl die Angehörigen" von Johann Scheerer. © Piper Verlag

Die Reemtsma-Entführung aus Sicht des Sohnes

Johann Scheerer, Sohn von Jan Philipp Reemtsma, hat 2018 über die Entführung seines Vaters geschrieben. mehr

Mehr als vier Wochen lang wird Johann Zeuge, wie zäh das Ringen mit den Entführern ist, und wie die quälende Ungewissheit allen im Haus zu schaffen macht. Wie hält man die Sorge, die Angst und die Langeweile aus? Wie füllt man die Tage, wenn jederzeit alles passieren kann, man aber gleichzeitig zum Warten gezwungen wird?

Dreharbeiten mit Hans Löw und Justus von Dohnányi

Gedreht wird noch bis Ende Mai an Motiven in Hamburg und Nordrhein-Westfalen. Neben Claude Heinrich als Johann und Adina Vetter als Ann Kathrin Scheerer stehen Justus von Dohnányi, Hans Löw, Yorck Dippe, Enno Trebs und Fabian Hinrichs vor der Kamera von Julian Krubasik. 

Film startet wohl 2022 im Kino

Der Pandora Film Verleih bringt "Wir sind dann wohl die Angehörigen" 2022 in die deutschen Kinos und setzt damit die Zusammenarbeit mit Hans-Christian Schmid nach "Was bleibt" fort. Im Fernsehen wird der Film voraussichtlich 2023/2024 zu sehen sein.

Der Spielfilm wurde gefördert mit Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, des Deutschen FilmFörderFonds, der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, der Film- und Medienstiftung Nordrhein-Westfalen und der Medienboard Berlin-Brandenburg. Redaktion: Christian Granderath, Sabine Holtgreve (beide NDR), Claudia Simionescu (BR), Andreas Schreitmüller, Claudia Tronnier (ARTE).

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Cover des Buchs Unheimlich nah von Johann Scheerer © Piper Verlag

NDR Buch des Monats Januar: "Unheimlich nah"

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Regisseur und Autor Fatih Akin gestikuliert bei einem Gespräch vor der Aufführung seines Filmes "Tschick" auf dem Heiligengeistfeld im Autokino Hamburg im Juni 2020 © imago images/Future Image Foto: M. Wehnert
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VIDEO: "Unheimlich nah": Das neue Buch von Johann Scheerer (5 Min)

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 15.03.2021 | 19:00 Uhr

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