Stand: 14.11.2017 17:00 Uhr

"Happy Deathday" - Horror mit viel Comedy

Happy Deathday
, Regie: Christopher Landon
Vorgestellt von Bettina Peulecke

Wenn große Genreproduktionen es bei Start sofort an die Spitze der Kinocharts schaffen, ist das meist kein Wunder. Ab und zu gibt es aber immer noch die sogenannten Überraschungshits, vergleichsweise kleine, vergleichsweise kostengünstig produzierte Filme, ohne große Stars, die plötzlich die Kino-Hitliste anführen. Wie die Horror-Thriller-Komödie "Happy Deathday", die es am Startwochenende in den USA auf Platz eins der Kinocharts schaffte.

Jessica Rothe als Tree und Israel Broussard als Carter - Szene aus dem Film "Happy Deathday" © Universal Pictures Deutschland Fotograf: Patti Perret

Filmtrailer: "Happy Deathday"

"Happy Deathday" spielt mit klassischen Horrorelementen und komödiantischen Versatzstücken, was den Film für eher zartbesaitete Seelen erträglich und unterhaltsam macht.

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Erinnerungen an "Und täglich grüßt das Murmeltier"

Fast 25 Jahre ist es her, da wachte Bill Murray als exzentrischer Wettermann jeden Tag zur selben Melodie auf. Murray war in einer Zeitschleife gefangen, "Und täglich grüßt das Murmeltier" wurde zu einem Kultfilm. Er diente als Vorbild für "Happy Deathday", in dem die junge Collegestudentin Tree dasselbe Schicksal ereilt - nur heftiger. Tree erlebt ihren Geburtstag immer und immer wieder - auch die Überraschungsparty. Nur dass die Überraschungsparty beim zweiten Mal natürlich keine mehr ist und sich der Spaß ohnehin in Grenzen hält. Denn jeden Abend wird Tree von einer maskierten Gestalt ermordet. Jeden Morgen wacht sie im Zimmer von Carter wieder auf. Der hatte sie am Abend vorher sturzbetrunken mit auf seine Bude genommen. Eigentlich ist er ein Unbekannter, doch Tree vertraut sich ihm jedes Mal mehr an.

Schließlich nimmt Tree die Sache selbst in die Hand. Sie ist nämlich kein ängstliches verhuschtes Hühnchen, sondern ziemlich smart, sehr sexy. Anfangs ist sie eine arrogante Bitch, die überhaupt nicht einsieht, dass sie jeden Abend sterben muss, und die sich ziemlich kreativ zur Wehr setzt.

Starke Leistung von Jessica Rothe

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Tree (Jessica Rothe) wird von einem Unbekannten verfolgt.

"Happy Deathday" spielt mit klassischen Horrorelementen und komödiantischen Versatzstücken, was die Sache auch für eher zartbesaitete Seelen einigermaßen erträglich und unterhaltsam macht. "Und täglich grüßt das Murmeltier" trifft auf "Scream".

Wie immer ergeben sich beim Zeitschleifenspiel Ungereimtheiten und logische Fehler, aber darum geht es ja in diesem "Geburtstagscocktail" ohnehin nicht. Der Film wird stark getragen von der darstellerischen Leistung von Jessica Rothe, die der Figur der Tree eine beachtliche Vielschichtigkeit verleiht.

Komische Elemente steigern den Grusel-Effekt

"Horror-Komödie" wurde der Film oft genannt, eine Bezeichnung, die der Genre-erprobte Produzent Jason Blum nicht benutzen würde: "Ich würde eher sagen, Horror mit viel Comedy. Komische Elemente verstärken sogar den Grusel-Effekt. Denn wenn die Zuschauer zwischendurch bei etwas Lustigem entspannen, wird es umso schlimmer, wenn der Horror dann zurückkehrt!"

Am Ende sagt Carter zu Tree, die Sache erinnere ihn an den Film "Und täglich grüßt das Murmeltier" mit Bill Murray. Tree erwidert, dass sie den nicht kenne. Woraufhin Carter entrüstet fragt, wie man so leben könne. Nach "Happy Deathday" besteht durchaus die Möglichkeit, dass die DVD-Nachfrage nach "Und täglich grüßt das Murmeltier" bei unter Dreißigjährigen deutlich steigt.

Happy Deathday

Genre:
Horrorthriller
Produktionsjahr:
2017
Produktionsland:
USA
Zusatzinfo:
mit Jessica Rothe, Israel Broussard, Ruby Modine
Regie:
Christopher Landon
Länge:
97 Min
FSK:
FSK ab 12 Jahre
Kinostart:
16. November 2017

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kultur | 15.11.2017 | 06:40 Uhr

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