Stand: 09.07.2020 13:08 Uhr  - NDR Kultur

Harriet Tubman: Freiheitsheldin und Sklavenbefreierin

Harriet - Der Weg in die Freiheit
, Regie: Kasi Lemmons
Vorgestellt von Katja Nicodemus

Für den Film "Harriet - Der Weg zur Freiheit" war die britische Schauspielerin Cynthia Erivo bei den Oscars 2020 als beste Hauptdarstellerin nominiert. Der Film erzählt die Geschichte der schwarzen Freiheitsheldin und Sklavenbefreierin Harriet Tubman und lief in den USA bereits erfolgreich im Kino - nun kommt er auch nach Deutschland.

Trailer: "Harriet - Der Weg in die Freiheit"

Harriet Tubman ist im 19. Jahrhundert der Sklaverei entflohen und hat später selbst Hunderte von Leidensgenossen befreit. Der Film "Harriet - Der Weg in die Freiheit" erzählt ihre Geschichte.

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Fast 150 Kilometer ging diese Reise, die man nur als verwegene Flucht bezeichnen kann. Eine junge Sklavin verlässt 1849 die Plantage, auf der sie und ihre Familie ausgebeutet und misshandelt wurden, schlägt sich durch Wälder und Flüsse von Maryland nach Pennsylvania durch, wo die Sklaverei verboten ist. Das Leben als freier Mensch bedeutet auch eine neue, freie Identität.

Kasi Lemmons zeigt Harriet Tubmans abenteuerliche Flucht

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13 Mal machte Harriet Tubman sich auf den Weg, um weiteren Sklaven die Flucht zu ermöglichen.

Kasi Lemmons' Film "Harriet" erzählt das Leben dieser mutigen, selbstlosen Frau, dessen einsame, abenteuerliche Flucht zum Beginn einer Mission wird. 13 Mal schlägt sie sich zurück nach Maryland durch, um zunächst Familienmitgliedern, dann anderen Sklaven ebenfalls zur Flucht in den Norden zu verhelfen. 70 Menschen führt sie in die Freiheit. Das Risiko dem sich Tubman dabei aussetzt, ist kaum zu ermessen. Auf der Leinwand wird Tubman von der britischen Schauspielerin Cynthia Erivo gespielt, mit glaubwürdiger Entschlossenheit.

"Harriet - Der Weg in die Freiheit" - Film erzählt ihre Lebensgeschichte

Der Film erzählt die Stationen von Harriet Tubmans Leben auf konventionelle Weise. Man könnte von solider Fotografie sprechen. Ihre heldenhaften Taten führt das Drehbuch auf Tubmans Religiosität und auf ihre religiösen Visionen zurück. Aber es war nicht Gott, der die Sklaven in die Freiheit geführt hat, sondern eine junge Frau. Was ging in ihr vor? Wie fühlte sie sich? Wie hat sie die tagelangen, ja wochenlangen Fußmärsche durchgestanden? Den Hunger, die Angst, die Erschöpfung? Für solche Fragen interessiert sich der Film nicht. Recht pragmatisch versammelt er Szenen eines Werdegangs. Auf ihren Reisen für die Freiheit anderer muss sich Tubman tarnen. Mit Hilfe einer wohlhabenden schwarzen Verbündeten, die frei aufgewachsen ist, lernt sie, anders aufzutreten.

Als Fluchthelferin wird Harriet Tubman Teil der so genannten Underground Railroad, einem Netzwerk von weißen und schwarzen Schleusern, allesamt leidenschaftlichen Sklavereigegnern. Aber die Aktivitäten der Befreier werden erschwert. 1850 verabschiedet der amerikanische Kongress ein Gesetz, das besagt, dass entflohene Sklaven auch in Bundesstaaten verfolgt und gefangen genommen werden können, in denen die Sklaverei verboten ist. Sicherheit gibt es nur in Kanada. Aber das ist weit weg.

Harriet Tubman lässt sich nicht stoppen

2016 hat die Regierung von Barack Obama beschlossen, Harriet Tubman auf einer neu entworfenen 20-Dollar-Note abzubilden. Unter dem darauf folgenden Präsidenten Donald Trump wurde dieses Vorhaben wegen angeblich technischer Gründe verhindert und um mindestens zehn Jahre verschoben. Der Film "Harriet - Der Weg zur Freiheit" erzählt zumindest dies: Harriet Tubman lässt sich nicht von Rassisten stoppen.

Harriet - Der Weg in die Freiheit

Genre:
Drama/Biografie
Produktionsjahr:
2019
Produktionsland:
USA
Zusatzinfo:
mit Cynthia Erivo, Leslie Odom Jr., Joe Alwyn, Janelle Monáe, Clarke Peters.
Regie:
Kasi Lemmons
Länge:
125 Min.
FSK:
ab 12 Jahre
Kinostart:
9. Juli 2020

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Kultur | 09.07.2020 | 07:40 Uhr

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