Hamburger Filmnachwuchs dreht Debüt-Film mit Disney-Technik

Stand: 04.05.2021 08:40 Uhr

Daniel Schua und Pascal Schröder sind Absolventen der Hamburg Media School. Mit der Agentur Gipfelstürmer haben sie als erste deutsche Filmemacher für ihren Debütfilm "The Social Experiment" die Disney-Filmtechnik "Virtual Production" genutzt.

von Herdis Pabst

Bei ihrem Erstling haben die Künstler in sieben Studiokulissen und auch an zehn realen Motiven gedreht. Eine Episode spielt auf dem Mond, eine in einer eisigen Berglandschaft und eine in Asien. Dabei hat die Filmcrew Hamburg nie verlassen: Pascal Schröder und sein Team versetzten die Schauspieler mit einer brandneuen Studiotechnik von Disney aus der Serie "The Mandalorian" an Orte ihrer Wahl.

"Virtual Production": "Star-Wars-Serie" als Vorbild

"Wir sind natürlich große Fans von 'The Mandalorian', das ist so eine 'Star Wars'-Serie. Die haben das erste Mal mit 'Virtual Production' gedreht. Wir waren immer fasziniert davon und wollten das gern machen. Das Interessante ist, dass es noch nie jemand in Deutschland gemacht hat, das heißt, es war wirklich Pionierarbeit", sagt Regisseur Pascal Schröder, Absolvent der Hamburg Media School.

3D-Hintergrund auf riesiger LED-Wand

Zwei Astronauten in Raumanzügen auf dem Mond - Szene aus den Dreharbeiten zum Film "The Social Experiment" von Pascal Schröder und Daniel Schua
Mittels LED-Technik zeigt der Film "The Social Experiment" von Pascal Schröder und Daniel Schua eine Szene auf dem Mond.

Im Studio zeigt einer LED-Wand, also ein riesiger Fernseher, den vorher am Computer produzierten 3D-Hintergrund. Davor ist eine Kulisse aufgebaut. Darin können die Schauspieler agieren, als wären sie wirklich da. "Früher wurde das mit 'Green Screen' gelöst. Das ist einfach nur eine grüne Wand, die im Nachhinein ausgetauscht wird. Jetzt guckt man in die Szene rein und sieht schon, wie es im Endeffekt aussehen wird. Wir konnten Himmel austauschen, wir konnten das Wetter verändern - wir konnten alles so ändern, wie wir wollten", erklärt Paul Schröder voller Begeisterung.

Escape-Room-Abenteuer als soziales Experiment

Im Gegensatz zum Studioaufwand sitzt Pascal Schröder beim Schnitt ganz unspektakulär in Hamburg am Laptop, sein Cutter in Berlin - eine kreative Fernbeziehung. Der Film erzählt von Freunden bei einem Escape-Room-Abenteuer, also eine Art Schnitzeljagd durch verschiedene Kulissen. "Aber das Ganze entpuppt sich als soziales Experiment. Das Ziel es herauszufinden, ob aus diesen besten Freunden Feinde werden können", verrät Schröder.

Regie und Kamera - Absolventen der Hamburg Media School

Pascal Schröder und Kameramann Daniel Schua haben zusammen an der Hamburg Media School studiert. Als Produzent ist Andreas Schlüter mit der neu gegründeten Firma Gipfelstürmer dabei. Für alle ist es die erste Spielfilmproduktion. "Wir wollen uns langfristig in Hamburg als Produktionsfirma etablieren", sagt Schlüter. "Wir haben auch schon das nächste Projekt in Vorbereitung. Es wird auch wieder ein Kinofilm werden."

Bei ihrem Erstling haben sie in sieben Studiokulissen und auch in zehn realen Motiven gedreht. Hier im Yu Garden am Rothenbaum entstand die asiatische Welt. "Das, was wir auch hier an wirklichen Locations wie diesem Teehaus hier darstellen können, das drehen wir dann auch ganz konkret in Hamburg. Denn wir wollen als Hamburger einen Hamburg-Film auch machen", sagt Pascal Schröder. Nun muss nur noch ein Traum in Erfüllung gehen: Die Premiere auf der großen Kinoleinwand im kommenden Jahr.

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