Stand: 05.04.2019 20:54 Uhr

Grimme-Preise für drei NDR Koproduktionen verliehen

Die 55. Grimme-Preis-Verleihung hat am Freitagabend im nordrhein-westfälischen Marl stattgefunden. Die Gewinner standen schon vor der Verleihung fest. Drei NDR Koproduktionen - die Comedyserie "Kroymann" sowie die Dokumentationen "Am rechten Rand" und "Im Schatten der Netzwelt - The Cleaners" - dürfen sich über einen Grimme-Preis freuen. Mit insgesamt elf Nominierungen war der NDR ins Rennen gegangen.

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Maren Kroymann (l.) durfte den zweiten Grimme-Preis in Folge für die Comedyserie "Kroymann" entgegennehmen.

"Politische Aufklärung auf höchstem Niveau" - mit dieser Begründung ging ein Grimme-Preis an die NDR/MDR Dokumentation "Die Story im Ersten - Am rechten Rand" über die AfD und ihre Verbindungen ins rechtsradikale Milieu. Auch die Doku "Im Schatten der Netzwelt - The Cleaners" wurde ausgezeichnet, eine Koproduktion von WDR, NDR und rbb. Die Comedyserie "Kroymann" von Radio Bremen, SWR und NDR erhielt in diesem Jahr zudem den zweiten Grimme-Preis in Folge.

"Der Film 'Am rechten Rand' ist eine hervorragende Dokumentation über ein komplexes politisches Thema: gut recherchiert, mit klarer Aussage, ohne bevormundend zu sein", sagte NDR Intendant Lutz Marmor. "Das Gleiche gilt für 'The Cleaners - Im Schatten der Netzwelt'. Und 'Kroymann' steht für kluge Unterhaltung. Herzlichen Glückwunsch an alle Beteiligten!"“

"Am rechten Rand" - gut recherchiert und untermauert durch harte Belege

"Die Story im Ersten - Am rechten Rand" hat sich in der Wettbewerbs-Kategorie "Information und Kultur" durchgesetzt. Der NDR Journalist Michael Richter und die MDR Journalistin Jana Merkel gehen mit Anton Maegerle der Frage nach, wie weit rechts die AfD steht. Die Redaktion hatten Christoph Mestmacher (NDR) und Jörg Wildermuth (MDR). Die Jury des Grimme-Preises spricht von der "besten Reportage" über die AfD, "die im deutschen Fernsehen bisher zu sehen war". Weiter heißt es: "Präzise und pointiert, gut recherchiert und immer untermauert durch harte Belege decken Jana Merkel und Michael Richter die Verflechtungen der AfD mit vielen eindeutig rechtsradikalen und verfassungsfeindlichen Gruppierungen auf, die einem breiten Publikum bisher nicht ausreichend bekannt gewesen sind."

 "Im Schatten der Netzwelt - The Cleaners" - Aufklärung im besten Sinne

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Die Filmemacher haben Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen interviewt, die belastende Fotos und Videos von Facebook, YouTube, Twitter & Co. löschen.

Der Grimme-Publikumspreis ging an die Doku "Im Schatten der Netzwelt - The Cleaners". Hans Block und Moritz Riesewieck decken darin auf, welchen Einfluss die Online-Zensur sozialer Netzwerke auf unser Denken hat und wie die Schattenindustrie aufgebaut ist, die sie betreibt. Produziert wurde der Film von Christian Beetz und Georg Tschurtschenthaler (gebrueder beetz filmproduktion). Die Redaktion im NDR hatte Eric Friedler. Der Film wurde international bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem "TV-Dokumentation des Jahres" beim Prix Europa, mit dem Deutschen Regiepreis Metropolis und dem Deutschen Wirtschaftspreis. Die Jury des Grimme-Preises lobte sowohl die inhaltliche Aufbereitung als auch die gestalterische Umsetzung: "Hier findet Aufklärung im besten Sinne statt."

Der undotierte Grimme-Preis ist der renommierteste Fernsehpreis in Deutschland. Er wird seit 1964 alljährlich im westfälischen Marl verliehen. Benannt ist er nach dem sozialdemokratischen Kulturpolitiker Adolf Grimme (1889-1963).

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