Grimme-Preis-Trophäen © dpa/dpaweb Foto: Jörg Carstensen

Grimme-Preis 2021: Moderatorin Caren Miosga ausgezeichnet

Stand: 11.05.2021 18:39 Uhr

Die Tagesthemen-Moderatorin Caren Miosga erhält den diesjährigen Grimme-Preis. Auch die Reihe "Afghanistan. Das verwundete Land" und die Doku "Vernichtet - eine Familiengeschichte aus dem Holocaust" werden ausgezeichnet.

Caren Miosga bekommt die diesjährige "Besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbands". Der Verband vergibt die Auszeichnung im Rahmen des Grimme-Preises, dessen Stifter er ist. Zudem erhalten Claire Billet, Lucio Mollica, Mayte Carrasco und Marcel Mettelsiefen für die vierteilige ARTE-Reihe "Afghanistan. Das verwundete Land" den Publikumspreis der Marler Gruppe. Auch er wird im Rahmen des Grimme-Preises überreicht. In der Kategorie "Information & Kultur" bekommt die Dokumentation "Vernichtet - eine Familiengeschichte aus dem Holocaust" einen Grimme-Preis, eine Ko-Produktion von rbb, HR und NDR. Die Preisverleihung ist für den 27. August 2021 geplant. Die Grimme-Preise gelten als Oscars der deutschen Fernsehbranche, sie sind die wichtigsten Auszeichnungen für TV-Produktionen.

Sendehinweis

NDR Fernsehen strahlt alle vier Teile der Reihe "Afghanistan. Das verwundete Land" am 11. Mai ab 23.55 Uhr aus.

NDR Intendant Joachim Knuth erklärte: "Caren Miosgas Moderationsstil ist einzigartig. Ihr gelingt es, komplizierteste Sachverhalte in verständliche Sprache zu übersetzen. Ihre Interviews zeugen von charmanter Hartnäckigkeit, stets sachlich und professionell. Die komplexe Welt besser verständlich machen - das gelingt auch den Autorinnen und Autoren des Mehrteilers über die Geschichte Afghanistans auf herausragende Weise. Nah dran an den Menschen mit tiefem Einblick in die Konflikte, detailreich und lehrreich, ohne belehrt zu werden."

"Caren Miosga leistet einen wesentlichen Beitrag für das Bildungsfernsehen"

Caren Miosga © Georg Wendt/dpa Foto: Georg Wendt
Caren Miosga gehört seit 2007 zum Moderations-Team der Tagesthemen im Ersten.

Caren Miosga gehört seit 2007 zum Moderations-Team der Tagesthemen im Ersten. In der Begründung des Preisstifters heißt es: "Als Anchor-Woman der Tagesthemen versteht es die Fernsehjournalistin Caren Miosga in herausragender Weise, dem auf Vertiefung angelegten Format der Sendung Gesicht und Stimme zu geben. (…) Sie erklärt das Welt- und Zeitgeschehen fundiert und nachvollziehbar. Darüber hinaus beherrscht sie es, komplexe Themen mit Sachkunde und Ernsthaftigkeit, aber auch mit Charme und Leichtigkeit zu vermitteln. Damit leistet Caren Miosga einen wesentlichen Beitrag für das Bildungsfernsehen im deutschsprachigen Raum. Mit der Besonderen Ehrung von Caren Miosga zeichnet der Deutsche Volkshochschul-Verband als Stifter des Grimme-Preises eine journalistische Persönlichkeit aus, die für Qualität, Vertrauen und Glaubwürdigkeit steht. In Zeiten von Fake News, Desinformation und der Manipulation von Bildern ist die Bedeutung eines seriösen Nachrichtenjournalismus' und seiner Protagonist*innen größer denn je."

"Afghanistan. Das verwundete Land": "Klare Bildsprache" und "analytische Aussagen"

Die vierteilige ARTE-Reihe "Afghanistan. Das verwundete Land" hat LOOKSfilm im Auftrag des NDR produziert. Claire Billet (Buch), Lucio Mollica (Buch/Producer) sowie Mayte Carrasco und Marcel Mettelsiefen (Buch/Regie) zeichnen darin den Weg der tief gespaltenen afghanischen Bevölkerung durch die vergangenen Jahrzehnte und den nun schon seit mehr als 40 Jahre währenden Krieg nach. Vor der Kamera berichten afghanische Frauen und Männer, aber auch Menschen aus dem Westen über ihre Erlebnisse. Die Jury des Publikumspreises urteilt: "(…) Selten ist dem interessierten Publikum der verhängnisvolle Zusammenhang der Verstrickung fremder Mächte in innenpolitische Konflikte einer Region klarer in der Bildsprache, spannender im Aufbau und analytischer in den Aussagen vor Augen geführt worden, dabei aber Zurückhaltung übend in der Bewertung. Wir fühlen uns als mündige Zuschauer*innen ernst genommen!" Die Redaktion hatte Ulrike Dotzer, NDR/ARTE. Der Vierteiler hatte seine Premiere im April 2020.

Grimme-Preis für Doku: "Vernichtet - eine Familiengeschichte aus dem Holocaust"

Grimme-Preise 2021: Preisverleihung am 27. August

Die Preisträger-Produktionen des 57. Grimme-Preises werden am 11. Mai 2021 bekanntgegeben. Die Preisverleihung ist für den 27. August 2021 geplant. 3sat überträgt die Veranstaltung live in der 3sat-Mediathek und zeigt zudem am selben Abend um 22.25 Uhr eine Zusammenfassung.

Verantwortlicher NDR Redakteur für "Vernichtet - eine Familiengeschichte aus dem Holocaust" ist Marc Brasse. Der Film erzählt die Geschichte einer Brandenburger Familie aus Glambeck im Löwenberger Land. Dorfbewohner hatten die alleinerziehende Mutter Rosa, Inhaberin des örtlichen Kolonialwarenladens, mit ihren drei Kindern im November 1938 aus dem Haus getrieben und Hausrat und persönliche Dinge angezündet. Auch wenn die Entrechtung und Vertreibung der Jüdinnen und Juden in Deutschland schon Jahre zuvor begonnen hatte, setzt der Film mit seiner Suche nach Spuren der Familie Labe an genau diesem Punkt an. Der Punkt, an dem Verbrechen konkret, vor aller Augen, unter zahlreichen Stimmen und mit der tätigen Hilfe vieler, die einmal Nachbarn und Bekannte waren, verübt wurden.

Alle Preisentscheidungen

Wettbewerb Fiktion:

  • Drinnen - Im Internet sind alle gleich (btf/eitelsonnenschein für ZDF-Das kleine Fernsehspiel/Quantum und ZDFneo)
  • Für immer Sommer 90 (FLORIDA FILM für ARD Degeto)
  • Parlament (Cinétévé/Artémis Productions/Cinecentrum für ONE/WDR)
  • Unorthodox (Studio Airlift/Real Film Berlin für Netflix)
  • Wir wären andere Menschen (Akzente Film & Fernsehproduktion für ZDF)

Wettbewerb Information & Kultur:

  • Der Ast, auf dem ich sitze (Bildersturm Filmproduktion für ZDF/3sat)
  • Grimme-Preis für die Besondere Journalistische Leistung an Mai Thi Nguyen-Kim für ihre sowohl wissenschaftlich hochkompetente als auch breitenwirksame Informationsvermittlung zum Thema Corona in ihrem funk-Format "maiLab" sowie bei ihren Moderationen von "Quarks - Corona in 5 Minuten"
  • Grimme-Preis Spezial an Isabel Schayani für ihre Interaktions- und Vermittlungsleistung im Rahmen ihrer kompetenten, empathischen und singulären Berichterstattung aus Moria (WDR)
  • Loveparade - Die Verhandlung (DOCDAYS Productions/Arpa Films für WDR/ARTE)
  • Vernichtet - Eine Familiengeschichte aus dem Holocaust (Schmidt & Paetzel Fernsehfilme für rbb/HR/NDR)

Wettbewerb Unterhaltung:

  • 15 Minuten Joko & Klaas - Männerwelten (Florida Entertainment für Pro7)
  • Die Carolin Kebekus Show (btf/UnterhaltungsFlotte TV für WDR)
  • Noch nicht Schicht (Agentur ZweiR für ZDF/3sat)

Wettbewerb Kinder & Jugend:

  • Die Sendung mit dem Elefanten - Wir kriegen ein Baby / Folge 559 (WDR/CMTZ/Flachbild Filmproduktion für WDR)
  • Grimme-Preis Spezial an Mina-Giselle Rüffer für ihre herausragende Darstellung der "Nora" in DRUCK - Staffel 5 (Bantry Bay Productions für funk/ZDF)
  • Masel Tov Cocktail (Filmakademie Baden-Württemberg für SWR/ARTE)

Publikumspreis der Marler Gruppe:

  • Afghanistan. Das verwundete Land (LOOKSfilm für NDR/ARTE)

Besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbandes:

  • Caren Miosga

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Journal | 11.05.2021 | 18:00 Uhr

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