Stand: 28.07.2017 16:00 Uhr

Die Zweifel Alberto Giacomettis

Final Portrait
, Regie: Stanley Tucci
Vorgestellt von Hartwig Tegeler

Er ist einer der bedeutendsten Maler und Bildhauer Europas, aber als Alberto Giacometti einen befreundeten US-amerikanischen Schriftsteller porträtiert, brechen alle Zweifel über den künstlerischen Schaffensprozess aus ihm heraus. Stanley Tucci, Schauspieler und Regisseur, beweist in seinem auf dieser Geschichte basierenden Film "Final Portrait", dass ein Spielfilm über einen Künstler, der kein Biopic ist, viel über die Kunst erzählen kann.

Szene aus dem Film "Final Portrait" © © 2017 PROKINO Filmverleih GmbH

Filmtrailer: "Final Portrait"

"Final Portrait" von Stanley Tucci ist ein melancholisch-komisches Kammerspiel über die Entstehung von Kunst mit dem wunderbaren Geoffrey Rush als zauseligem Künstler Alberto Giacometti.

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1964. Der junge US-amerikanische Schriftsteller und Kunstliebhaber James Lord (Armie Hammer) trifft in Paris Alberto Giacometti (Geoffrey Rush), der ihn porträtieren will. James ist geschmeichelt.

Orte, die in den Bann ziehen

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Bald schon begreift Autor James Lord (Armie Hammer), auf was er sich eingelassen hat, als er Giacometti (Geoffrey Rush) zusagte, Modell zu sitzen.

Manchmal ist es ein Raum, der uns magisch in einen Film zieht. Schon in seinem Regiedebüt von 1996 hat sich Stanley Tucci als Meister bei der Inszenierung eines Raums erwiesen. Das italienische Restaurant in "Big Night": Wir meinen, die Speisen, den Rotwein zu schmecken.

Ebenso intensiv in seiner filmischen Wirkung ist Giacomettis Atelier: schmutzig, staubig, heruntergekommen. An den Wänden, vor dem Fenster, das vor Schmutz starrt, Skulpturen über Skulpturen. Dieser Raum atmet in "Final Portrait", er atmet, durchströmt vom Chaos und repräsentiert das philosophische und ästhetische Dilemma, in dem sich der Künstler Alberto Giacometti quält, wortreich jammert. Man kann es nicht glauben, was der zu jener Zeit schon bedeutendste Maler und Bildhauer Europas von sich gibt an Banalitäten wie tiefen Weisheiten über den künstlerischen Schaffensprozess.

Wie entsteht ein Porträt?

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Die beiden Männer kommen sich in den endlos scheinenden Sitzungen näher, dabei lernt Lord viel über die Zweifel und die eigentümliche Arbeitsweise des Künstlers.

"Final Portrait" von Stanley Tucci ist ein melancholisch-komisches Kammerspiel über die Entstehung von Kunst mit dem wunderbaren Geoffrey Rush als zauseligem Genie. Stanley Tucci, der Filmemacher, sagt, er mache sich nichts aus Biopics, diesen filmischen Porträts, denn er wisse nicht, wie man das Leben eines Menschen in einen zweistündigen Film packen solle.

In dieser Konzentration auf die gut zweieinhalb Wochen im Jahr 1964 - nur dieses Zeitfenster -, erfahren wir in diesem meisterhaften Film viel über einen Menschen und die Kunst und die Frage, ob Kunst je fertig werden kann. Kann sie? Tja …

Final Portrait

Genre:
Drama
Produktionsjahr:
2017
Produktionsland:
Großbritannien, Frankreich
Zusatzinfo:
mit Geoffrey Rush, Armie Hammer, Clémence Poésy, Tony Shalhoub, Sylvie Testud, Stanley Tucci
Regie:
Stanley Tucci
Länge:
94 min
FSK:
FSK keine Altersbeschränkung
Kinostart:
03. August 2017

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Neue Filme | 03.08.2017 | 07:20 Uhr

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