Stand: 05.11.2018 20:30 Uhr

Filmfest Braunschweig ehrt Französin Bonnaire

von Janek Wiechers

Wenn die dunkle Jahreszeit Einzug gehalten hat, dann ist in Braunschweig traditional Zeit für Kino. Stets im November öffnet für rund eine Woche das Internationale Filmfestival seine Tore für die Besucher. Bis Sonntag dreht sich sieben Tage lang alles um Film: Es gibt Filmkonzerte, Filmvorführungen, Podiumsdiskussionen und Preisverleihungen. Den offiziellen Auftakt machte am Montag ein großes Stummfilmkonzert.

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Sergei Eisensteins Klassiker "Panzerkreuzer Potemkin" wird in Braunschweig mit einer modernen Vertonung aufgeführt.

Ein Meisterwerk in Schwarz-Weiß - seit fast 100 Jahren stilbildend in Ästhetik und Montage, ein Film, der Generationen von Filmemachern inspiriert hat: Sergei Eisensteins "Panzerkreuzer Potemkin" hat das Braunschweig International Film Festival eröffnet. Die Filmmusik stammt vom jungen US-Amerikaner Yati Durant. Er vertonte die restaurierte Fassung von 2005. "Es ist eine moderne Vertonung, fast eine Sinfonie für den Film. So etwas gab es eigentlich nicht, denn von der Original-Filmmusik sind nur noch Teile zu finden", sagt Durant. "Die Original-Fassung von Edmund Meisel war sehr, sehr gut, aber sie hat nicht zu dieser neuen, rekonstruierten Fassung gepasst." Durant dirigierte am Montagabend sein Werk erstmals selbst, live gespielt vom Staatsorchester Braunschweig - synchron zum Film.

Kinosaal mit erleuchteter Leinwand und Orchester

Internationales Filmfest Braunschweig beginnt

Hallo Niedersachsen -

Zum Auftakt des Braunschweig International Film Festivals konnten sich Filmfans auf einen Stummfilm-Klassiker von 1925 freuen: Sergei Eisensteins "Panzerkreuzer Potemkin".

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Mehr als 100 Lang- und 200 Kurzfilme

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Aus Polen kommt das Musikdrama "Cold War" von Pawel Pawlikowski, in dem es um die Liebesgeschichte eines Jazzpianisten und einer Tänzerin geht.

Mehr als 100 Lang- und mehr als 200 Kurzfilme präsentiert das Festival in diesem Jahr. Für den Publikumspreis "Der Heinrich" sind Erstlings- und Zweitwerke junger europäischer Filmemacher zu sehen. Im Wettbewerb läuft etwa der Film "Il Figlio Manuel" des italienischen Regisseurs Dario Albertini, ein berührender Film über einen 18-Jährigen, der aus dem Kinderheim entlassen wird und seine Mutter aus dem Gefängnis holen möchte. 

Western mit zwei Frauen in den Hauptrollen

Besonders viele Filme des Festivals beschäftigen sich in diesem Jahr mit weiblichen Themen, sagt dessen Leiter Michael Aust. "Viele Themen werden anders gezeichnet, als wir es gewohnt sind", sagt er. "Es gibt einen Western mit zwei Frauen als Protagonisten. Ein pakistanischer Western - eine spannende Sache." Sarmad Masuds "My Pure Land" beschreibt in atemberaubenden Bildern den fast ausweglosen Kampf einer starken Frau, die ihr Haus gegen fast 200 brutale Polizisten verteidigen muss. 

Zwölf Neuerscheinungen

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Im Sozialdrama "Vakuum" spielt Barbara Auer eine hintergangene Ehefrau.

In der Reihe "Neuer Internationaler Film" laufen zwölf Neuerscheinungen  - unter anderem aus China, Kolumbien und Kenia. Darunter ist auch der polnische Film "Twarz", auf Deutsch "Die Maske" von Malgorzata Szumowska. Eine gesellschaftskritische Satire auf Intoleranz und Frömmelei, nicht nur in der polnischen Gesellschaft. In der Kategorie "Neue Deutsche Filme" ist neben sieben weiteren Filmen auch das deutsch-schweizerische Sozialdrama "Vakuum" zu sehen. Barbara Auer spielt darin eine Ehefrau, die erfährt, dass ihr Mann sie seit Jahren mit Prostituierten betrügt und sie mit HIV angesteckt hat.

Filmpreis "Die Europa" geht an Sandrine Bonnaire

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Wird beim Festival mit den Hauptpreis des Festivals "Europa": die Schauspielerin Sandrine Bonnaire.

Wie in jedem Jahr bekommt ein Stargast den Filmpreis "Die Europa" verliehen. Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung geht diesmal an die Französin Sandrine Bonnaire - eine der bekanntesten zeitgenössischen Filmschauspielerinnen Frankreichs. Bekannt ist sie für Filme wie Maurice Pialats "Auf das, was wir lieben" von 1983, "Die Schachspielerin" von Caroline Bottaro (2009) und Claude Chabrols "Biester" von 1995. Diese drei Filme werden im Rahmen einer Bonnaire-Retrospektive mit insgesamt acht ihrer Filme beim Festival gezeigt.

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Matinee | 05.11.2018 | 10:20 Uhr

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