Stand: 11.05.2017 10:00 Uhr

Gelungene Neuauflage vom "King Arthur"-Mythos

King Arthur: Legend Of The Sword
, Regie: Guy Ritchie
Vorgestellt von Bettina Peulecke

Die Artus-Sage hat im Kino schon vielerlei Gestalt angenommen: Historisches Drama, Zeichentrickfilm oder Komödie. Die neueste Variante stammt vom britischen Regisseur Guy Ritchie - und der legt den Klassiker ziemlich cool an. Sein Titel: "King Arthur: Legend of the Sword".

Guy Ritchie erzählt die Jugend von König Arthur

Guy Ritchies Version der Sage: ein Instant-Klassiker?

"Ihr wolltet eine Prophezeiung - dies ist eure Prophezeiung!" Die lautet: Guy Ritchies Leinwandversion des alten Mythos im neuen Gewand wird wahrscheinlich noch in dieser Generation zu einem Klassiker avancieren. Der Regisseur hatte bereits den viktorianischen Sherlock-Holmes-Geschichten im Kino einen lässigen, zeitgemäßen Touch verliehen. Nun geht er noch einen Schritt weiter, beziehungsweise zeitlich gesehen, zurück.

Die Geschichte ist immer noch die des legendären König Artus, der um das Jahr 500 gelebt und geherrscht haben soll. Dabei hatte er keinen leichten Start. In dieser Version war die Straße seine Schule. Der kleine Arthur wurde nämlich von Prostituierten in der Stadt Londinium aufgezogen und hatte lange keine Ahnung, dass königliches Blut in seinen Adern fließt. Arthur weiß nicht, dass er der Sohn des ermordeten Königs ist - und damit rechtmäßiger Erbe des Throns. Den allerdings besetzt der böse Vortigern, Arthurs machtbesessener und skrupelloser Onkel. Eines der berühmtesten Motive der Sage, in der Arthur das Schwert Excalibur aus einem Felsen zieht, ist auch in diesem Film eine echte Schlüsselszene. Nur hat der Held eigentlich gar keine Lust auf die Nummer. "Ich mach diesen Dreck nicht mit. Ihr seid eine ganze Armee, ich bin allein. Ich werde reden, ich rede gern. Aber auf keinen Fall werde ich kämpfen."

Gelungene Kombination aus Historienkino, Action und Fantasy

Gesagt und nicht getan, es folgt eine bombastische Schlachtszene, mit allem was an digitalem Kulissendesign und Special Effects heute so dazugehört und machbar ist.  Doch die Mischung macht's: Guy Richies King Arthur ist eine gelungene Kombination aus digital aufgemotztem Historienkino, Action und Fantasy. Wobei, bei genauer Betrachtung, diverse Looks und magische Fabelwesen schon ziemlich an den "Herrn der Ringe" erinnern. Macht aber nichts, dieser King Arthur ist sicher nichts für Puristen, aber höchst kurzweiliges, unterhaltsames Hochglanzkino.

Charlie Hunnam - smart, aber kein Oscar-Anwärter

Im analogen Hollywood werden Hauptdarsteller von monumentalen Filmproduktionen gern auch zu Oscarpreisträgern. Das ist hier nicht zu erwarten. Charlie Hunnam als King Arthur ist vor allem smart und attraktiv. Die Magierin, die ihm an entscheidenden Stellen zur Seite steht, wird von der Französin Astrid Bergès-Frisbey hübsch und geheimnisvoll verkörpert. Am eindrucksvollsten agiert Jude Law in der Schurkenrolle. Fans von Guy Ritchie kommen voll auf ihre Kosten, denn trotz aller technischen Weiterentwicklung bleibt der Regisseur seinem Stil treu: schnelle Schnitte, pointierte Dialoge und Splitscreen.

 

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Gelungene Neuauflage vom "King Arthur"-Mythos

Die Artus-Sage hat im Kino schon vielerlei Gestalt angenommen. Guy Ritchies Version des Mythos mit Charlie Hunnam als King Arthur könnte schnell zum Klassiker avancieren. mehr

King Arthur: Legend Of The Sword

Genre:
Fantasy
Produktionsjahr:
2017
Produktionsland:
USA, Australien, Großbritannien
Zusatzinfo:
mit Charlie Hunnam, Astrid Bergès-Frisbey, Jude Law
Regie:
Guy Ritchie
Länge:
127 Min.
FSK:
FSK ab 12 Jahre
Kinostart:
11. Mai 2017

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kultur | 11.05.2017 | 08:55 Uhr

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