Stand: 11.06.2019 11:30 Uhr

Die neuen "Men in Black" kommen ins Kino

Men in Black: International
, Regie: F. Gary Gray
Vorgestellt von Walli Müller

War ja klar, dass eine Erfolgs-Filmreihe wie "Men in Black" nicht einfach so zu Ende gehen konnte. Es steckt einfach noch zu viel kommerzielles Potenzial drin. Drei Mal haben Will Smith und Tommy Lee Jones zwischen 1997 und 2012 die Erde vor außerirdischen Bösewichtern gerettet. Nun treten mit Chris Hemsworth und Tessa Thompson zwei bekannte Gesichter aus dem "Avengers"-Universum die Nachfolge an. "Men in Black: International" heißt der vierte Teil.

Ob man sie vermissen wird - die Herren Smith und Jones, die im schwarzen Anzug und mit schwarzer Sonnenbrille zu Stil-Ikonen wurden und an Lässigkeit wohl kaum zu überbieten sind?

Abgeklärt wie Tommy Lee Jones wirkt der neue "Man in Black" Chris Hemsworth keine Sekunde. Aber der als Comic-Held Thor bekannt gewordene Australier kann dafür als Agent H seinen jungenhaften Charme in die Waagschale werfen. Und er bekommt mit Tessa Thompson eine Partnerin. Politisch korrekt müsste es jetzt also heißen: Men and Women in Black.

Nun auch mit weiblichen Agenten

Emma Thompson führt als Ober-Agentin O das Regiment in der streng geheimen Behörde, die die Zuwanderung und die Aktivitäten Außerirdischer auf der Erde reguliert. Sie ist ziemlich verblüfft, als eine junge, afroamerikanische Frau - Molly - einfach so ins Hauptquartier spaziert und sich bei Agentin O bewirbt:

"Ich habe Sie gefunden!"
"Also, Sie haben uns gefunden - und jetzt?"
"Ich will rein!"
"Nennen Sie mir einen guten Grund."
"Weil ich clever bin. Ich bin motiviert. Schwarz steht mir gut."
"Sie langweilen mich."
"Weil ich absolut null Privatleben habe." O-Ton aus dem Film

Das ist ein Argument! Denn MIB-Agenten müssen alle privaten Kontakte hinter sich lassen und offiziell aufhören zu existieren. Die Menschen sollen ja nicht erfahren, was hier auf der Erde so kreucht und fleucht an außerirdischen Wesen.

In der Behörde gibt es einen Maulwurf

Da die "Men in Black" in Teil vier erstmals weltweit operieren, wird Agent M, wie Molly nun heißt, in der Probezeit nach London entsandt. Dort wird sie Zeugin eines Attentats, begangen von sehr grimmigen Kampf-Aliens, die ihre Form wechseln können.

Die Umstände deuten darauf hin, dass es einen Maulwurf in der Behörde gibt. Zeit für den ersten, actionreichen Einsatz des gemischten Doppels H und M.

Irgendeine extraterrestrische Verschwörung gegen die Erden-Bewohner gab es ja immer in den "Men in Black"-Filmen. So gesehen, bietet die Story nicht viel Neues. Spaß haben kann man aber immer noch an den völlig übertriebenen High-Tech-Wummen und am schrägen Alien-Panoptikum, das die Trick-Abteilung kreiert hat: Darunter ein vieräugiger Kerl mit zwei Brillen auf der Nase und eine resolute Lady mit gleich vier starken Armen. Besonders entzückend aber ist das kleine Kerlchen mit grüner Schildkrötenhaut und rotem Helm, das an Calimero aus der Zeichentrick-Serie erinnert und sich herrlich ritterlich gibt.

So erfrischend originell, wie die Reihe einst begonnen hat, kann sie natürlich nicht mehr sein. Aber die "Men in Black: International" sind immer noch Popcorn-Kino mit gehobenem Gag- und Action-Niveau. Wer da nicht schmunzelnd aus dem Kino kommt, muss ein Alien sein.

Men in Black: International

Genre:
Drama
Produktionsjahr:
2019
Produktionsland:
USA
Zusatzinfo:
mit Chris Hemsworth, Tessa Thompson, Liam Neeson, Emma Thompson
Regie:
F. Gary Gray
Länge:
115 Min.
FSK:
ab 12 Jahre
Kinostart:
13. Juni 2019

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kultur | 13.06.2019 | 06:20 Uhr

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