Stand: 27.08.2018 00:01 Uhr

"Kindeswohl": Die Ambivalenz menschlicher Gefühle

Kindeswohl
, Regie: Richard Eyre
Vorgestellt von Bettina Peulecke
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Richterin Maye (Emma Thompson) hat das Schicksal von Adam (Fionn Whitehead) in der Hand.

Vor vier Jahren erschien der Bestseller "Kindeswohl“ von Ian McEwan, jetzt kommt die gleichnamige Verfilmung in die Kinos. Emma Thompson spielt eine Familienrichterin, die über Leben oder Tod eines fast Erwachsenen zu entscheiden hat.

Junger Mann im Gewissenskonflikt

In dem mehr als ausgelasteten Terminkalender von Familienrichterin Fiona nimmt der Fall von Adam einen besonderen Platz ein: Adam ist 17 und leidet an Leukämie. Er benötigt dringend eine lebensrettende Bluttransfusion. Doch die lehnen seine Eltern ab, denn als Zeugen Jehovas ist ihnen eine derartige Behandlung streng verboten. Um zu entscheiden, ob sie ihn auch gegen seinen Willen behandeln darf, besucht die Richterin den Jungen im Krankenhaus - und lernt einen hochintelligenten und äußerst sensiblen jungen Mann kennen, der sich selbst in einem Gewissenkonflikt befindet. Fiona entscheidet zugunsten der Behandlung, doch damit ist der Fall nicht abgeschlossen. Adam empfindet außergewöhnliche Sympathie für die Frau, die seine Mutter sein könnte, folgt ihr auf Schritt und Tritt und schreibt ihr Briefe.

Mischung aus Gerichts- und Gefühlsdrama

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Die Ehe von Maye und ihrem Mann Jack (Stanely Tucci) steht auf dem Spiel.

Gern würde die Richterin die Sache als jugendliche Schwärmerei abtun. Doch Adam ist etwas Besonderes, und zu Hause steht ihre Ehe auf dem Spiel, weil ihr Mann eine Geliebte hat.

Die Eheprobleme des Paares nehmen im Film mehr Raum ein als im Buch. Grundsätzlich ist "Kindeswohl" eine fast gewagte Mischung aus nüchtern inszeniertem Gerichts- und eindrucksvollem Gefühlsdrama, in dem in erster Linie die Ambivalenz menschlicher Gefühle zum Ausdruck gebracht wird. Und es ist der großen Kunst aller Darsteller zu verdanken, dass die Sache nicht kippt.

Kindeswohl

Genre:
Drama
Produktionsjahr:
2018
Produktionsland:
Großbritannien
Regie:
Richard Eyre
Länge:
105 Minuten
FSK:
keine Angabe
Kinostart:
30. August 2018

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kultur | 28.08.2018 | 08:55 Uhr

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