Stand: 23.07.2020 11:10 Uhr

Drama über Edisons Erfindung der Glühbirne

von Katja Nicodemus

Bereits im Jahr 2017 wurde der Film "Edison - Ein Leben voller Licht" gedreht - doch der Start des Historien-Dramas verzögerte sich durch den Skandal rund um den Produzenten Harvey Weinstein, dessen Firma den Film mitfinanziert hatte. Nun startet der Film in Deutschland.

Szene aus dem Kinodrama "Edison - Ein Leben voller Licht" mit Benedict Cumberbatch als Thomas Alva Edison (rechts) und seinem Assistenten (Tom Holland) © Leonine Pressedistribution
Benedict Cumberbatch spielt den Physiker Thomas Alva Edison (r.), der mit seinem Assistenten (Tom Holland) Pläne schmiedet.

Ein kleiner gläserner Vakuumkolben, in dessen Inneren sich ein Baumwollfaden befindet: So sehr hat sich die Konstruktion der Glühbirne in den 140 Jahren seit ihrer Erfindung nicht verändert. Im Rückblick lässt sich kaum ermessen, welche Revolution Thomas Alva Edisons Erfindung der Glühbirne 1879 bedeutete. Oder korrekter: Es handelte sich um die erste zu Beleuchtungszwecken geeignete Birne, denn schließlich waren einige Erfinder parallel mit der Elektrizität und ihrer Umwandlung in Licht befasst. Alfonso Gomez-Rejons Film "Edison - Ein Leben voller Licht" lehrt uns zunächst eines: Erfinder brauchen Geld. Erfinder brauchen sogar viel Geld. Und Edison war offenbar ein Weltmeister darin, seinem Finanzier, dem steinreichen Bankier J. P. Morgan, Dollars aus den Rippen zu leiern.

Besessener Erfinder und Vermarkter

Szene aus dem Kinodrama "Edison - Ein Leben voller Licht" mit Benedict Cumberbatch als Thomas Alva Edison mit seiner Frau (Tuppence Middleton) in dessen Schreibzimmer © Leonine Pressedistribution
Mary Edison (Tuppence Middleton) steht immer an Edisons Seite.

Edison, auch das lernen wir durch diesen Film, war ein besessener Erfinder und Vermarkter seiner Erfindungen, aber kein skrupelloser Mensch. Nicht egal ist Edison seine Familie: liebende Frau, niedliche Kinder. Familienalltag, kleines Chaos, man nennt das wohl den menschlichen Hintergrund der Figur.

Benedict Cumberbatch spielt Thomas Edison

Thomas Alva Edison wird gespielt von Benedict Cumberbatch, der sich von sich selbst gelangweilt mit drei Gesichtsausdrücken durch den Film hangelt. Seine Figur ist mal cholerisch, mal nervös, oft ungeduldig. Edison, pardon für den billigen Kalauer, scheint ständig unter Strom zu stehen.

Schließlich geht es darum, Licht in die Welt zu bringen. Edisons Konkurrent ist der Unternehmer George Westinghouse, gespielt von Michael Shannon. Er erkennt die Nachteile von Edisons Gleichstrom bei der Elektrifizierung der Vereinigten Staaten. Seine Patente beruhen auf Wechselstrom, der über weitere Entfernungen einsetzbar, aber auch schwerer herunter zu transformieren ist. Das Beste, so Westinghouses Idee, wäre, beide Patente und Forschungsansätze zu vereinen.

 "Edison - ein Leben voller Licht" - recht langweiliger Kino-Krieg

Thomas Edison (Benedict Cumberbatch) trifft in der High Society auf seinen Konkurrenten George Westinghouse (Michael Shannon) - Szene aus dem Kinofilm "Edison - ein Leben voller Licht" © Leonine Pressedistribution
Der Strompionier Edison (r.) konkurriert Zeit seines Lebens mit George Westinghouse (Michael Shannon, links).

"The Current War" heißt der Film im Original, was übersetzt "Der Stromkrieg" bedeutet. Es ist aber ein recht langweiliger Kino-Krieg. Welcher Strompionier leiert wem die größten Forschungsgelder aus dem Rippen? Wer überzeugt welchen Bürgermeister, Politiker, Mitstreiter von welcher Idee? Glühbirnen gehen aus und an. Hebel werden gezogen und gedrückt. Auf Triumphe folgen cholerische Ausbrüche.

"Edison - Ein Leben voller Licht" ist, anders als der Titel suggeriert, keine Film-Biografie des Erfinders. Der Film zeichnet 13 Jahre nach, zwischen Edisons bahnbrechender Erfindung der Glühbirne und ihrem Siegeszug durch die Welt. Wer nach dem Film zu Hause eine Glühbirne anblickt, fühlt sich aber auch nicht schlauer.

Edison - Ein Leben voller Licht

Genre:
Historiendrama
Produktionsjahr:
2017
Zusatzinfo:
mit Benedict Cumberbatch, Nicholas Hoult, Michael Shannon, Tom Holland, Katherine Waterston, Matthew Macfadyen
Regie:
Alfonso Gomez-Rejon
Länge:
103 min
FSK:
ab 6 Jahren
Kinostart:
23. Juli 2020

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Neue Filme | 23.07.2020 | 07:20 Uhr

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