Stand: 15.03.2017 09:50 Uhr

Beziehungsdrama von André Téchiné

Mit Siebzehn
, Regie: André Téchiné
Vorgestellt von Jens Büchsenmann

Als der französische Film "Mit Siebzehn" im Wettbewerb der Berlinale lief, schrieben Kritiker begeistert von einem "beglückenden Film", von "einem der besten Téchinés" und vom "jugendlichsten Film überhaupt" des 73-Jährigen. Denn der französische Regisseur André Téchiné steht für das ganz große Kino seines Landes, Stars wie Deneuve und Dépardieu standen vor seiner Kamera. Sein neuer Film "Mit Siebzehn" bietet beides: einen Star und zwei neue Gesichter, die das Zeug dazu haben.

Thomas und Marianne - Filmszene aus "Mit Siebzehn" © Kool Filmverleih

Filmtrailer: "Mit Siebzehn"

André Téchiné lotet in seinem Drama "Mit Siebzehn" ein enormes Spektrum der Gefühle aus. Die Balance zwischen Gewalt und Zärtlichkeit lässt den Film noch lange nachwirken.

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Annäherung zwischen Thomas und Damien

Damien ist der eine Siebzehnjährige. In der Schule sind gerade die Gedichte von Arthur Rimbaud dran. Der andere heißt Thomas. Er ist in derselben Klasse wie Damien. Er tut sich schwer mit Mathe.

Da ist Marianne. Die Mutter von Damien. Sandrine Kiberlain, die in Frankreich so bekannt ist wie Isabelle Huppert oder Juliette Binoche, spielt die Ärztin der Kleinstadt, am Fuß der Pyrenäen gelegen. Sie weiß, dass Thomas einen mühsamen Weg zur Schule hat, durch den Schnee von dem Einödhof hoch oben in den Bergen. Tom wurde adoptiert von den Bauern, er möchte Tierarzt werden, braucht das Abitur.

André Téchiné braucht nur wenige Szenen für die problematische Konstellation der Kräfte: zwei Jungen, die mehr umeinander als gegeneinander kämpfen, hin- und hergerissen zwischen Angst vor dem Unbekannten und Zuneigung.

Eine nicht ausgelebte Dreiecksgeschichte

Téchiné und seine Drehbuchautorin Céline Sciamma, eine Spezialistin für Jugenddramen, übertragen die enormen Kräfte, die Pubertät freisetzen kann, in wilde Schlägereien. Oder in Szenen wie die, in der Tom ein flatterndes Huhn im Arm trägt.

Toms wilde Energie fasziniert Damiens Mutter aber auch. Diese nicht ausgelebte Dreiecksgeschichte hält uns Zuschauer in großer Spannung und animiert uns zum permanenten Wechsel unserer Sympathien. Regie und Drehbuch loten ein enormes Spektrum der Gefühle aus - große Trauer und zart aufblühende Liebe - und halten dabei so sehr die Balance zwischen Gewalt und Zärtlichkeit, dass der Film noch lange nachwirkt.

Mit Siebzehn

Genre:
Drama
Produktionsjahr:
2016
Produktionsland:
Frankreich
Zusatzinfo:
mit Sandrine Kiberlain, Kacey Mottet Klein, Corentin Fila
Regie:
André Téchiné
Länge:
99 min
FSK:
FSK ab 12 Jahre
Kinostart:
16. März 2017

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Neue Filme | 14.03.2017 | 18:17 Uhr

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