Stand: 02.03.2020 10:24 Uhr  - NDR Kultur

Remarque-Filmprojekt feiert Premiere in Osnabrück

von Marlena Maerz
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Amateure vor und hinter der Kamera: 400 Menschen aus der Region Osnabrück spielen in dem Film mit.

In diesem Jahr jährt sich der Todestag des Schriftstellers Erich Maria Remarque zum 50. Mal. Bekannt wurde er vor allem durch seinen Anti-Kriegsroman "Im Westen nichts Neues". In Remarques Geburtsstadt Osnabrück feierte am 1. März ein ganz besonderer Dokumentarfilm über den Autor Premiere: "Der schwarze Obelisk - Betrachtungen eines Romans von Erich Maria Remarque".  Der Osnabrücker Mark Mathew und eine Crew von Freiwilligen haben das Amateur-Filmprojekt organisiert. Insgesamt waren mehr als 400 Menschen an dem Film beteiligt.

Der Film nimmt die Zuschauer mit ins Jahr 1923. In Deutschland herrscht Inflation. Das Geld ist immer weniger wert. In dieser Zeit spielt Erich Maria Remarques Roman "Der schwarze Obelisk". Er erzählt die Geschichte des  Kriegsheimkehrers Ludwig Bodmer. In dem Dokumentarfilm werden Schauspielszenen aus dem Roman mit Experten-Interviews gemischt. Und immer wieder taucht auch Remarque selbst auf. Gespielt wird er von Mario Buletta: "Eigentlich bin ich ja nicht mehr. Seit fast 50 Jahren nicht mehr. Aber ich möchte mir doch erlauben, Ihnen ein paar Gedanken mit auf den Weg zu geben."

Mark Mathew organisiert Dreh mit Laien

Der Anstoß, eine Verfilmung des Romans in Angriff zu nehmen, kam von der Erich Maria Remarque Gesellschaft. Die Dreharbeiten organisierte der 57-jährige Osnabrücker Mark Mathew in seiner Freizeit. Ein Teil des Teams kannte sich bereits von einem vorherigen Filmprojekt. Nach einem Aufruf in der Zeitung kamen rund 200 Menschen hinzu, die als Statisten oder Schauspieler mitmachen wollten. Knapp zwei Stunden dauert der Film. Dahinter stecken mehr als zwei Jahre Arbeit, sagt Mark Mathew: "Jetzt ist er fertig und das tut gut. Und ich bin rückblickend natürlich auch sehr erstaunt, dass wir das überhaupt geschafft haben." 

Hilfe von Osnabrücker Dampflokfreunden

Technik, Drehorte, Requisiten, Kostüme: Alles hat das Team selbst organisiert. Immer mit der Herausforderung, dass es für die Romanszenen zu den 1920er-Jahren passen muss. Dabei bekamen die Filmfreunde viel Hilfe aus der Region, beispielsweise vom Osnabrücker Theater oder von den Osnabrücker Dampflokfreunden.

Eine der größten Szenen spielt am Bahnhof. Die Bedingungen an diesem Drehtag waren alles andere als gut, erinnert sich Remarque-Schauspieler Mario Buletta: "Das war eher niedertemperaturig - um es freundlich zu formulieren. Es wehte ein sehr scharfer Wind und es hat zwischendurch geregnet. Wir waren ungefähr 120 Leute. Da war eine Stimmung, als ob wir irgendwo zusammen im Urlaub wären."

Mathew lobt professionelle Einstellung der Darsteller

Regisseur Mark Mathew ist stolz darauf, was sein Team geleistet hat: "Einen Drehtag mit 100 bis 120 Leuten zu gestalten, da haben wir manchmal im Vorfeld Zweifel gehabt, ob alle kommen werden. Aber erstaunlicherweise waren alle da. Es gab keinen, der gesagt hat: Oma hat Geburtstag, ich bin im Sportverein. Die waren alle einfach da."

Ausverkaufte Säle bei der Premiere

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Im Cinema-Arthouse Osnabrück sind zur Premiere von "Der schwarze Obelisk" die Kinosäle gut gefüllt.

Bei der Premiere in Osnabrück waren alle fünf Kinosäle komplett ausverkauft. Die Reaktionen fielen durchweg positiv aus: "Ich fand es hervorragend. Ich kenne das Buch und es war mir ein Rätsel, wie man das filmisch darstellen kann. Aber ich finde, das ist supergut gelungen." Ein Darsteller erklärte: "Hat mir sehr gut gefallen. Ich selber habe einmal als Darsteller mitgewirkt und dann hauptsächlich hinter der Kamera. Es war jetzt toll, das Ganze mal auf großer Leinwand zu sehen. Es war wirklich, wirklich, wirklich schön." Begeistert zeigte sich auch ein weiterer Laiendarsteller: "Ich habe selbst mitgespielt und fand es total beeindruckend. Niemand von uns ist professioneller Schauspieler oder hatte vorher schon mal eine Kamera in der Hand. Was daraus werden kann, ist wirklich Wahnsinn."

Weitere Vorführungen im Osnabrücker Umland sind bereits geplant. Im Herbst soll der Film außerdem im Erich Maria Remarque-Friedenszentrum an der Universität Osnabrück gezeigt werden.

Remarque-Filmprojekt feiert Premiere in Osnabrück

Ein ambitioniertes Amateur-Filmprojekt ist noch bis April in Osnabrück, Melle und Bramsche zu sehen: der Dokumentarfilm "Der schwarze Obelisk" über den Roman von Erich Maria Remarque.

Datum:
Ende:
Ort:
Cinema-Arthouse Osnabrück
Erich-Maria-Remarque-Ring 16
49074  Osnabrück
Telefon:
(0541) 60 06 50
Hinweis:
Weitere Vorstellungen finden im März und April in Melle und Bramsche statt. Details zu den Terminen unter: www.der-schwarze-obelisk-film.de/termine
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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Matinee | 02.03.2020 | 09:20 Uhr