Léa Seydoux (von links als Lizzy), Regisseurin Ildikó Enyedi und Schauspieler Gijs Naber (Jacob Störr) am Hamburger Set von  "The Story Of My Wife" - hier zu sehen auf der Straße Alter Wandrahm © Hanna Csata

Cannes: Enyedis in Hamburg gedrehtes Drama geht leer aus

Stand: 17.07.2021 21:57 Uhr

Das Filmfest Cannes verlegte im Zuge der Pandemie seinen Termin auf Juli. Der in Hamburg gedrehte Historienfilm "The Story of My Wife" von Ildikó Enyedi lief im Wettbewerb, ging jedoch leer aus.

von Patricia Batlle

Im Wettbewerb mit 23 Produktionen des offiziellen Programms der 74. Filmfestspiele von Cannes lief ein in Hamburg gedrehter Film: "The Story of My Wife" von der Berlinale-Siegerin Ildikó Enyedi.

Cannes-Wettbewerbsfilm "The Story of My Wife" in Hamburg gedreht

Léa Seydoux (von links als Lizzy), Regisseurin Ildikó Enyedi und Schauspieler Gijs Naber (Jacob Störr) am Hamburger Set von  "The Story Of My Wife" - hier zu sehen auf der Straße Alter Wandrahm © Hanna Csata
Schauspielerin Léa Seydoux, Regisseurin Ildikó Enyedi und Schauspieler Gijs Naber (v.l.) am Hamburger Set von "The Story Of My Wife".

Die ungarische Regisseurin Enyedi ("Körper und Seele") hat unter anderem in der Hamburger Speicherstadt Milan Fusts Roman verfilmt, der im Hamburg der 1920er-Jahre spielt. Die von der Filmförderung Hamburg-Schleswig-Holstein geförderte Produktion handelt von Kapitän Jacob Stör: Dieser wettet mit einem Freund, dass er die erste Frau, die ins Café reinkommt, heiraten wird. Die Hauptrollen spielen Léa Seydoux und Gijs Naber. "Selten sah Hamburg in den 1920er-Jahren besser aus als in 'The Story of my Wife'", freut sich Helge Albers, Geschäftsführer der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein. "Mit Ildikó Enyedi hat sich eine großartige Regisseurin dem Romanstoff des ungarischen Autors Milán Füst angenommen. Wir freuen uns schon sehr, Orte wie die Hamburger Speicherstadt im Juli in Cannes auf der großen Leinwand zu sehen und drücken der Berliner Produktionsfirma Komplizen Film sowie der gesamten Crew die Daumen. Weitere Glückwünsche gehen an die Hamburger Produzentin Dorothe Beinemeier von Red Balloon Film, die mit 'France' ebenfalls im Wettbewerb steht." Dumonts Drama "France" erzählt das Leben einer TV-Journalistin und Kriegsreporterin, die durch eine Verkettung tragischer Ereignisse in eine Abwärtsspirale gerät. In der Hauptrolle zu sehen ist Léa Seydoux.

Der Eröffnungsfilm am 6. Juli war ein Musical von Leos Carax mit Adam Driver und Marion Cotillard. Sämtliche Künstlerinnen und Künstler werden zur Eröffnungszeremonie unter den geeigneten Corona-Maßnahmen an der Croisette in Cannes erwartet.

Wes Anderson und Paul Verhoeven im Cannes-Programm

Szene aus Wes Andersons Komödie "The French Dispatch" mit Elisabeth Moss (von links), Owen Wilson, Tilda Swinton, Fisher Stevens und Griffin Dune © Courtesy of  Searchlight Pictures / 2020 Twentieth Century Fox Film Corporation
In Wes Andersons "The French Dispatch" spielen Elisabeth Moss, Owen Wilson und Tilda Swinton mit. Der Film startet am 15. Oktober in Deutschland.

Weitere Filme im Wettbewerb sind etwa das Nonnendrama "Benedetta" von Paul Verhoeven mit Virginie Efira und Charlotte Rampling, die US-Komödie "The French Dispatch" von Wes Anderson, das Drama "Flag Day" von Sean Penn, "Tout s'est bien passé" vom französischen Regisseur François Ozon sowie "Bergman Island" von der Französin Mia Hansen-Love.

US-Star Jodie Foster erhielt Ehrenpalme, Spike Lee hat Juryvorsitz

Jodie Foster als Anwältin Nancy Hollander in dem Drama "Der Mauretanier" von Kevin Mcdonald © Tobis Film GmbH
Jodie Foster als Anwältin Nancy Hollander in dem Drama "Der Mauretanier" von Kevin Mcdonald.

Die US-Regisseurin, Schauspielerin und Produzentin Jodie Foster erhielt bei den 74. Filmfestspielen eine Ehren-Palme für ihr Lebenswerk. Dieses Jahr wird sie im Kino zu sehen sein als Anwältin im Gerichtsdrama "Der Mauretanier", der jüngst bei der Berlinale lief. Foster verbindet eine lebenslange Verbindung mit Cannes: Bereits als 13-Jährige nahm sie am Festival teil. Damals spielte sie in in Martin Scorseses Drama "Taxi Driver", der 1976 die Goldene Palme gewann. Auch der Vorsitzende der Wettbewerbsjury steht bereits fest: Bereits 2020 hatte US-Regisseur Spike Lee den Vorsitz zugesagt und übernimmt dieses Jahr im Juli diese Aufgabe. Er ist damit der erste afroamerikanische Künstler, der in Cannes den Juryvorsitz des Wettbewerbs übernimmt.

Letzte Goldene Palme 2019 für "Parasite"

2019 holte der Südkoreaner Bong Joon-ho die letzte Goldene Palme mit seiner Sozialsatire "Parasite". Der Film gewann nach dem Hauptpreis in Cannes zahlreiche Preise weltweit - und Anfang 2020 mehrere Oscars.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Journal | 03.06.2021 | 17:20 Uhr

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