Stand: 20.11.2019 17:40 Uhr  - NDR Info

"Bonusfamilie": Neue ARD-Serie über Patchworkfamilie

von Julia Jakob

Rund zehn Prozent aller Familien in Deutschland sind Patchworkfamilien. Im Kino oder Fernsehen werden sie entweder als Kriegsschauplätze dargestellt, oder ihre Probleme werden als überdrehte Komödie gezeigt. Wie anders - ja, geradezu erwachsen - aber das Thema fürs Fernsehen adaptiert werden kann, das zeigt die neue Serie "Bonusfamilie" im Ersten.

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Vier Elternteile sorgen in der ARD Serie"Bonusfamilie" oft für Verwirrung.

Lisa wohnt mit ihrem neuen Partner Patrick zusammen. Eine Woche lang leben die nicht gemeinsamen Kinder von Lisa und Patrick, William und Eddie, in deren Haus, eine Woche lang kommen sie zu dem anderen Elternteil. Nämlich zu Katja und Martin. Das Doppelresidenzmodell ist fair - so weit die Theorie. Aber in der Praxis zeigen sich die Tücken der Idee. Eddie macht das seinem Stiefvater, dem Lehrer Patrick, immer wieder ganz deutlich.

Eine schwedische Adaption mit eigener Stimme

Sehr gelungen skizziert die Serie, wie die Erwachsenen immer wieder versuchen, das Patchworkmodell gut aussehen zu lassen, wie sie geradezu verzweifelt versuchen die Fairness in den Vordergrund zu stellen. Vorlage für die Serie "Bonusfamilie" war die gleichnamige schwedische Serie "Bonusfamiljen". Die deutsche Version ist aber kein simpler Abklatsch. Sie findet einen guten eigenen Ton und genügend Konflikte. Die aber nicht - wie so oft in der Fiktion - von außen and die Familie herangetragen werden, sondern sich - ganz logisch - aus der chaotischen Gefühlwelt aller Beteiligten ergeben.

In "Bonusfamilie" wird niemand in eine Schublade gesteckt

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Martin (Steve Windolf) ist der nicht der typische "böse Ex".

Die Probleme der Patchworkfamilie werden auf Augenhöhe erzählt. Und keiner ist der Buhmann, das lebende Klischee, so Steve Windolf, der Martin spielt. "Man neigt ja dazu zu sagen: 'Das ist der gemeine, böse Ex' - und dann wird er in eine Schublade gesteckt", erklärt Windolf. "Hier ist es so, dass wir den 'gemeinen, bösen Ex' ein bischen kennenlernen und herausfinden können, warum er so ist, woher das kommt und was wirklich dahinter steckt."

Alle Folgen vorab in der ARD-Mediathek

Die Serie "Bonusfamilie" blickt voller Sympathie auf ihre Protagonisten. Ihre Besetzung ist weitgehend unbekannt, was der Serie immens gut tut. Es ist, als würde man der eigenen Familie oder Freunden beim Leben zuschauen.

Alles sechs Folgen sind bereits vorab in der ARD-Mediathek zu sehen.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kultur | 20.11.2019 | 10:55 Uhr