Stand: 29.01.2020 15:04 Uhr

Berlinale: 18 Filme konkurrieren um Goldenen Bären

von Patricia Batlle
Die Direktoren der Berlinale Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek stellen das Programm zur Berlinale vor Journalistinnen und Journalisten vor © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa
Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek sind die neuen Direktoren der Berlinale. Sie stellten sich den Fragen der Presse.

Am Mittwoch haben Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek, die neuen künstlerischen Festivalleiter, in Berlin die 18 Wettbewerbsfilme der 70. Berlinale vorgestellt, die zwischen dem 20. Februar und dem 1. März auf dem Festival zu sehen sind. Darunter sind auch zwei Filme aus Deutschland: "Undine" - ein Liebesdrama von Christian Petzold mit Paula Beer und Franz Rogowski - sowie eine Leinwandadaption des Alfred-Döblin-Romans "Berlin Alexanderplatz" von Burhan Qurbani mit Jella Haase, Joachim Król und Albrecht Schuch.

Christian Petzold mit "Undine" im Wettbewerb

Im Film von Petzold gehe es um Berlin, seine Mythologie und vor allem um sein Wasser, sagte Chatrian. Petzold sei bereits viermal im Wettbewerb vertreten gewesen. Das sei eine der aktuellen Linien des Festivals: "Wir haben eine Reihe von Filmemachern im Wettbewerb, die hier bereits früher im Wettbewerb waren." Wenn man sich ihre Filmografie anschaue, sehe man, wie sich das Kino entwickelt habe. So seien Sally Potter, Abel Ferrara, Hong Sangsoo, Tsai Ming-Liang und Christian Petzold mit hochaktuellen Filmen dabei. Außerdem gebe es vier Regie-Duos. Die Auswahl sei "eine epische und aufregende Reise" gewesen, "auf der wir mehr als 6.800 Filmen aus der ganzen Welt begegnet sind", so Chatrian.

Film "Es gibt keine Böses" von Rasoulof in Hamburg gefördert

Erstmals im Wettbewerb dabei ist der iranische Regisseur und Autor Mohammad Rasoulof mit dem Film "Es gibt kein Böses", eine Koproduktion aus Deutschland, der Tschechischen Republik und Iran. Der eigentlich in Hamburg lebende Regisseur darf den Iran seit Herbst 2017 nicht mehr verlassen. Im Film stellt er in vier Episoden die Frage, inwieweit Menschen in einer autoritären Herrschaft für ihr Handeln selbst verantwortlich sind. Helge Albers, Geschäftsführer der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, die den Film gefördert hat, sagte am Mittwoch: "Wir hoffen, dass Rasoulof rechtzeitig aus dem Iran ausreisen darf, um an seiner eigenen Weltpremiere in Berlin teilnehmen zu können. Mit seinem Film 'Es gibt kein Böses' ist unser Standort nun das dritte Jahr in Folge im Berlinale-Wettbewerb vertreten. Das sind gute Nachrichten für den Film-Norden."

18 Filme im Wettbewerb, sechs von Regisseurinnen

Im deutschsprachigen Schweizer Beitrag "Schwesterlein" der Regisseurinnen Stéphanie Chuat und Véronique Reymond spielen Lars Eidinger und Nina Hoss ein Zwillingsgespann, das Theater spielt - und von denen einer an Leukämie erkrankt. Insgesamt sechs der 18 Wettbewerbsfilme sind von Regisseurinnen. Das selbst gesteckte Ziel, 50 Prozent Regisseurinnen im Wettbewerb zu haben, sei damit zwar nicht erreicht. "Aber die Hauptsache ist, ein Bewusstsein für das Thema zu schaffen", so Chatrian. "Und die Geschichte der Berlinale ist eine Geschichte des Bewusstseins über die Unterschiede, die es immer noch gibt. Nicht nur im Filmbusiness, sondern allgemein."

340 Filme auf der Berlinale, keiner von Streamingdiensten

Die Berlinale startet am 20. Februar im Berlinale-Palast mit einem kanadisch-irischen Drama aus der Reihe "Berlinale-Special": "My Salinger Year" von Philippe Falardeau mit Sigourney Weaver in einer Hauptrolle. Die humorvolle Verfilmung des gleichnamigen Romans von Joanna Rakoff sei eine Coming-of-Age-Geschichte aus der New Yorker Literaturszene der 1990er-Jahre, so Chatrian über den Eröffnungsfilm. Neu ist in diesem Jahr die Rubrik "Encounters" für besonders ungewöhnliche und mutige Filme, die nach einer neuen Kinosprache suchen. Insgesamt laufen 340 Filme beim Festival - damit "60 weniger als im Vorjahr". Kein einziger davon sei eine Produktion eines Streamingdienstes. Das Hauptkriterium bei der Auswahl der Filme sei, wie bei jedem Festival, "die künstlerische Qualität der Filme", sagte Chatrian in der Pressekonferenz.

Salma Hayek, Hillary Clinton und Javier Bardem als Gäste

Der Festivalleiter kündigte einige der prominenten Gäste an, die bis zum Abschlussabend am 1. März nach Berlin kommen wollen. Darunter sind Javier Bardem, Elle Fanning, Salma Hayek, Nina Hoss, Lars Eidinger, Hillary Clinton, Cate Blanchett und Damien Chazelle.

Jurypräsident Jeremy Irons

Jurypräsident des Wettbewerbs ist dieses Jahr der Engländer Jeremy Irons. Die weiteren Mitglieder der Jury sollen erst in im Laufe der nächsten Woche bekannt gegeben werden. Die britische Oscar-Preisträgerin Dame Helen Mirren soll den goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk erhalten. Die Berlinale Kamera geht an die Regisseurin und Künstlerin Ulrike Ottinger.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch unterwegs | 29.01.2020 | 15:20 Uhr

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