Jo Mennecke (Bela B Felsenheimer) im Polizeiruf 110 aus Rostock "Keiner von uns" © NDR/Sandra Hoever Foto: Sandra Hoever

Bela B über seinen Auftritt beim Polizeiruf mit Charly Hübner

Stand: 07.01.2022 14:54 Uhr

Ende 2020 inszenierte Eoin Moore die Folge "Keiner von uns" des Polizeiruf 110 mit Anneke Kim Sarnau, Charly Hübner mit Die-Ärzte-Musiker Bela B in Rostock und Hamburg. Sie lief am Sonntag um 20.15 Uhr im Ersten.

Jo Mennecke (Bela B Felsenheimer) im Polizeiruf 110 aus Rostock "Keiner von uns" © NDR/Sandra Hoever Foto: Sandra Hoever
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von Alexandra Friedrich

Bela B ist nicht nur Schlagzeuger der Ärzte und Solomusiker. Er beginnt gerade mit der Arbeit an seinem zweiten Roman - das Debüt "Scharnow" ist 2019 rausgekommen. Außerdem tritt er seit den 80er-Jahren immer mal wieder als Schauspieler in Erscheinung. Zuletzt zum Beispiel in der prominent besetzten Serienverfilmung von "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" an der Seite von Lars Eidinger, Sophie Rois und Moritz Bleibtreu. Im Polizeiruf 110 - "Keiner von uns" darf er einen der beliebtesten Fernseh-Kommissare auf seiner letzten Mission begleiten und gerät dabei unter Mordverdacht.

Bela B gerät im Polizeiruf 110 "Keiner von uns" unter Mordverdacht

- "Ich habe nicht gedacht, dass der stirbt. Ich musste den so heftig ..."
- "Sie haben die Kontrolle verloren."
- "Ich habe nicht die Kontrolle verloren. Ich habe so viel Kontrolle, ich führe mich selbst in den Abgrund." Aus der Folge

Eine Rolle wie auf den Leib geschrieben: Bela B spielt im neuen Polizeiruf den bekannten Musiker Jo Mennecke. Während der Ärzte-Schlagzeuger allerdings sein ausschweifendes Rockstar-Leben längst hinter sich gelassen hat, ist sein filmisches Alter Ego ein ziemlich kaputter Typ mit Hang zum Exzess …

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"Der schwelgt in einer Form von Selbstmitleid, verstärkt durch Alkoholismus", erklärt B und fügt hinzu: "Das kenne ich vom Hörensagen respektive vom Zusehen bei anderen. Also ich hatte da immer Glück, das relativ kontrollieren zu können. Dieses ein bisschen Verzweifelte, auch Berufsjugendliche, zum Teil ein wenig Selbstbeweihräuchernde, was er auch hat. Das ist dann schon so von mir beobachtet oder auch empfunden, aber das ist schon auch weit genug weg von mir."

Vielleicht hat Bela B auch wegen der Verwechslungsgefahr zwischen Künstler und Kunstfigur Musiker-Rollen früher konsequent abgelehnt. Dass er aus seinem Erfahrungsschatz als Band-Mitglied schöpfen kann, weiß er heute zu schätzen. Die Arbeit mit der Filmcrew gleicht für ihn dem gemeinsamen Musikmachen in einer Band: "In dem Moment, wo ich dazukomme, ist es halt Teamwork: Dass wir alle zusammen das erarbeiten. Und für mich ist das Tolle am Filmset, mit so einer großen Gruppe gemeinsam an etwas Großem zu arbeiten. Und auch nur, wenn jeder gut funktioniert, dann wird das am Ende auch gut. Das bringe ich dann auch ein bisschen von der Tour mit, vom Musikmachen, diesen Family-Gedanken mit Crew."

Bela B singt Fußball-Hymne

Quasi ein Heimspiel also. Apropos: Zum Abschied von Charly Hübner darf er die Fußball-Hymne schlechthin spielen - "You’ll never walk alone". "Wir waren in so einer Fabrikhalle, wo das Revier aufgebaut war", so B: "Da war dann Trockeneisnebel und ich stand da mit Mikrofon und kleinem Verstärker und habe dieses Lied angefangen zu singen und dann kam die gesamte Crew aus diesem Nebel hinter mir heraus und haben dieses 'Walk on, walk on' gesungen. Ein total krasser Moment!"

Charly Hübner gibt im Polizeiruf "Keiner von uns" zum letzten Mal Kriminalhauptkommissar Alexander Bukow. An Merkels Amtszeit kommt er nicht ganz ran, vom Ende einer Ära kann man aber getrost sprechen. Entsprechend emotional wurde es dann auch nach Drehschluss.

Charly Hübners Frau Lina Beckmann übernimmt

"Und danach gab es in dieser schlimmen, total partylosen Zeit vom ganzen Filmteam ein Fest", berichtet B und ergänzt: "Es wurde viel umarmt und dann sind da auch ein paar Tränen geflossen. Das war wirklich ein denkwürdiger Abend."

Wie Bela B im Polizeiruf debütiert und wie Bukow abtritt, das erleben Sie Sonntagabend ab 20.15 Uhr im Ersten. Im Anschluss übernimmt Charly Hübners Frau Lina Beckmann die Ermittlungen in Rostock.

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Szenenbild aus dem ersten "Polizeiruf 110" vom 27. Juni 1971: Eine Postbeamtin und ihr Bekannter werden bei einem Postraub verletzt. Es gibt viele Verdächtige, die offensichtlich alle etwas zu verbergen haben. -V.l.: Leutnant Vera Arndt (Sigrid Göhler), Harry Wolter (Ingolf Gorges), Oberleutnant Peter Fuchs (Peter Borgelt) © ARD/DRA/Bernd Nickel

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Matinee | 09.01.2022 | 15:40 Uhr

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