Strafverteidiger Biegler (Klaus Maria Brandauer, re.) und sein Assistent Salomon Weider (Marc Hosemann, li.) verteidigen Kelz (Franz Hartwig) in der Verhandlung. © NDR/Degeto/Moovie GmbH/Stephan Rabold

ARD 2021: Neue Krimis und Serien im TV und in der Mediathek

Stand: 30.12.2020 14:24 Uhr

Das Fernsehprogramm der ARD hat sich den neuen Sehgewohnheiten seiner Zuschauerinnen und Zuschauer angepasst. Eine wichtige Rolle spielt die Mediathek.

von Julia Jakob

Ab diesem Jahr sollen vier bis sechs Produktionen ausschließlich in der ARD-Mediathek präsentiert werden. Aber natürlich gibt es auch weiterhin Filme, die im Fernsehprogramm - also linear - ausgestrahlt. Das erwartet uns 2021 aus dem fiktionalen Angebot der ARD.

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Auf dem Weg zur Schule wird die zwölfjährige Lisa von Bode entführt. Ihre Eltern erhalten kurz darauf eine Lösegeldforderung: fünf Millionen Euro in Bitcoins. Für den erfahrenen Kommissar Peter Nadler (Bjarne Mädel) gibt es schon bald keinen Zweifel, dass der Täter aus dem Nahbereich der wohlhabenden Familie kommen muss. © NDR/Degeto/Moovie GmbH/Stephan Rabold

Ferdinand von Schirach: Feinde - Gegen die Zeit

Zwei Filme erzählen aus unterschiedlichen Sichtweisen die Geschichte einer Entführung und die Festnahme eines Tatverdächtigen. mehr

"Feinde": Ein Krimi-Drama - zwei Perspektiven

Eine Bankierstochter ist entführt worden. So fangen sie an, die klassischen Krimis. Der Clou an diesem: Die Zuschauerinnen und Zuschauer entscheiden, welche Perspektive sie sehen möchten: die von Kommissar Nadler - gespielt von Bjarne Mädel - oder lieber die Perspektive von Streifverteidiger Biegler - gespielt von Klaus Maria Brandauer. Das Erste zeigt "Feinde" am 3. Januar um 20.15 Uhr aus der Sicht von Kommissar Nadler, in den dritten Programmen wird zur selben Zeit die Version des Strafverteidigers Biegler gesendet. Beide Filme sind hochspannend.

Polizeiruf mit neuem Team aus Halle/Saale

Logo Polizeiruf 110 © ARD
Die ARD-Krimiserie "Polzeiruf 110" wird 50 Jahre alt.

Der Polizeiruf 110 feiert sein 50-jähriges Jubiläum. Unterhaltungschef Jörg Schönenborn kündigt Nachwuchs an: "Der 50. Geburstag bei uns im Programm, mit einem neuen Team: Peter Kurth und Peter Schneider. Der Polizeiruf kehrt nach Halle zurück." Mauerbau und Herrstadt-Bank-Pleite sind die weiteren großen fiktionalen Themen im Ersten für 2021.

ARD-Mediathek zeigt "State of the Union" und "Beforeigners"

Ein wichtiges Thema für die ARD ist die künftige TV-Nutzung. Channel-Manager Florian Hager über die Strategie: "Wir haben mit der Mediathek die große Chance, ein Publikum für uns zu gewinnen, das wir linear nur noch selten erreichen. Wir wollen uns mit der Mediathek vor allem um die Kernzielgruppe der 30- bis 49-Jährigen kümmern und für sie ein Angebot machen. Da kann ich erzählen, dass wir im ersten Quartal zum Beispiel die britische Serie 'State of the Union' von Nick Hornby und Stephen Frears auf der Plattform haben werden, genauso wie die norwegische HBO-Serie 'Beforeigners - Mörderische Zeiten'."

Mini-TV-Reihen wie "Die Toten von Marnow" und "Little America"

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Petra Schmidt-Schaller als Kommissarin Lona Mendt in der NDR/ARD Degeto Produktion "Die Toten von Marnow" © NDR / ARD Degeto

"Die Toten von Marnow": NDR Mini-Serie um Serienmörder

Petra Schmidt-Schaller und Sascha Gersak spielen Kommissare in der vierteiligen Krimi-Mini-Serie "Die Toten von Marnow". Die NDR Produktion wurde zum Teil in Hannover und Schwerin gedreht. mehr

Das Prinzip aus einem mehrteiligen Spielfilm eine Serie für die Mediathek zu machen, hat sich schon bei "Das Geheimnis des Totenwaldes" als erfolgreich erwiesen und wird auch 2021 fortgesetzt. "Das heißt, wir werden häufiger als bisher - auch am Mittwoch - nicht einzelne Filme, sondern kleinere Reihen haben", sagt Schönenborn. 2021 kommt etwa 'Die Toten von Marnow' ins Programm. "Das ist eine Geschichte, die am Anfang wie ein Krimi daherkommt, dann aber etwas ganz Großes entfaltet: nämlich Medikamenten-Experimente der deutschen Pharma-Lobby in der DDR an Patienten, die davon nichts wussten. Die andere große Geschichte im Herbst, auf die ich mich sehr freue, heißt 'Little America' - das ist im Grunde die Geschichte der Besiedlung der Pfalz durch die Amerikaner."

Durch die neuen Ausspielwege hat sich auch Fernsehen verändert. Es wird anders erzählt, verfilmt und angesehen. Aber der fiktive Stoff - das ist sicher - wird der ARD nicht ausgehen.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kultur | 01.01.2021 | 09:00 Uhr

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