Jazz – Round Midnight

Verjagt und verehrt - der "Wild Man" Sidney Bechet

Dienstag, 01. Juni 2021, 23:30 bis 00:00 Uhr

Am Mikrofon: Hans-Jürgen Schaal

Sidney Bechet aus New Orleans war der erste große Solist der Jazzgeschichte - ein Klarinettist, kein Trompeter. Schon früh zog es ihn auf Wanderschaft, 1919 spielte er bereits in Europa vor dem englischen König und wurde vom Schweizer Dirigenten Ernest Ansermet als Genie gefeiert. In London kaufte er sich damals ein Sopransaxofon, um besser noch als mit der Klarinette ein Ensemble dominieren zu können.

Bewegtes Leben

Bechet schlug aber auch immer wieder über die Stränge - der umtriebige "Wild Man" kam wiederholt mit dem Gesetz in Konflikt. 1922 wurde er aus England in die USA ausgewiesen, 1930 passierte ihm dasselbe in Frankreich. Es folgten magere Jahre in Harlem. Erst die Dixieland-Bewegung machte ihn wieder international bekannt. Beim Jazzfestival in Paris 1949 war nicht Charlie Parker oder Miles Davis der große Star, sondern er: Sidney Bechet. Daraufhin ließ er sich dauerhaft in Frankreich nieder und hatte große Erfolge mit sentimentalen Jazznummern wie "Petite Fleur" und "Si Tu Vois Ma Mère". In dem Land, wo er einst ein ganzes Jahr im Gefängnis gesessen hatte, feierte man ihn nun als "Le Dieu".

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