Jazz – Round Midnight

Jazzdiplomatie im Nationalsozialismus und Nachkriegsdeutschland

Freitag, 07. Mai 2021, 23:30 bis 00:00 Uhr

Am Mikrofon: Wolf Kampmann

Das Verhältnis des Dritten Reichs zum Jazz ist bekannt. Dennoch missbrauchte die Nazi-Propaganda Jazz zur subtilen Beeinflussung von Kriegsgegnern. Nachdem Joseph Goebbels den Jazz 1941 durch ein Schreiben in Teilen offiziell rehabilitiert hatte, jazzte seine Propaganda-Kapelle Charlie & His Orchestra ihre Hetztiraden gegen England und andere Alliierte auf heißen Swingrhythmen über Kurzwelle in die Radioempfänger des Feindes. Im weiteren Verlauf des Krieges wurde weniger ideologisch aufgeladener Jazz immer gezielter instrumentalisiert, um Sympathien unter den Westalliierten für das Deutsche Reich zu sammeln. Die Rechnung ging zum Glück nicht auf.

Beswingte Annäherung

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte man diese Erfahrung der Deutschen mit dem Jazz umso erfolgreicher, um erste Bande zu den amerikanischen und britischen Besatzern zu knüpfen. Eine deutsche Jazzdelegation auf dem 2. Nationalen Jazzfestival in Sopot war zudem der erste offizielle Kulturaustausch zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik Polen.

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