NDR Kultur à la carte

Studiogast: Olga Grjasnowa

Montag, 07. September 2020, 13:00 bis 14:00 Uhr

Die Autorin Olga Grjasnowa im Porträt. ©  picture alliance Foto: Dave Johnston | EdinburghElitemedia
Olga Grjasnowa und ihre Familie kommen 1996 als Kontingentflüchtlinge aus Aserbaidschan nach Deutschland.

Auf die Geschichte von Jamalludin ist Olga Grjasnowa zufällig gestoßen - bei der Lektüre eines historischen Romans. Lange hat sie danach überlegt, ob sie sie wirklich auch noch einmal erzählen sollte, aber der Gedanke sei einfach "unwiderstehlich" gewesen. Denn das, was diesem Jungen Mitte des 19. Jahrhunderts widerfuhr, ist tatsächlich eine typische Grjasnowa-Geschichte: Mit neun Jahren wird der Sohn eines mächtigen Imams als Geisel von den Russen aus dem Nordkaukasus nach St. Petersburg gebracht, um später als loyaler Alliierter auf den kaukasischen Thron gesetzt werden zu können.

"Der verlorene Sohn": Ein sehr gegenwärtiger historischer Roman

Russische Machtpolitik und Entwurzelung, die Frage nach Identität und Sprache stehen im Mittelpunkt dieses sehr gegenwärtigen historischen Romans. Auch eigene Erfahrungen hat Olga Grjasnowa darin verarbeitet: Sie war elf, als sie mit ihrer Familie aus Aserbaidschan nach Deutschland kam - ohne ein Wort Deutsch zu sprechen: "Dieses Gefühl, nichts zu verstehen, ist ein Ereignis, dass ich nicht wiederholen möchte". Wie sich Grjasnowa dem historischen Stoff genähert hat, erzählt die Bestsellerautorin in NDR Kultur à la carte.

Das Gespräch führte Katja Weise.

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Cover des Buchs "Der verlorene Sohn" von Olga Grjasnowa © Aufbau

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