Das Gespräch

Gast: Bettina Ruhrberg

Sonntag, 09. Mai 2021, 13:00 bis 13:30 Uhr

"Jeder kann Künstler sein, alles kann Kunst werden": So offen und frei formulierte Joseph Beuys sein Kunstverständnis. Geboren am 12. Mai 1921 in Krefeld, würde er dieser Tage hundert Jahre alt. Aber wer war Joseph Beuys? Dieser Künstler, der sich mit Fettecken, Filz oder toten Hasen einen Namen gemacht und die Kunst von Grund auf verändert hat?

VIDEO: 100 Jahre Joseph Beuys: Warum er heute noch wichtig ist (6 Min)

Im Gespräch mit NDR Kultur erinnert sich Bettina Ruhrberg, heute Direktorin des Mönchehaus Museums in Goslar, an den 1986 gestorbenen Ausnahmekünstler: Ihr Vater, Karl Ruhrberg, seinerzeit Direktor der Düsseldorfer Kunsthalle, zeigte früh und regelmäßig Arbeiten von Beuys.

Joseph Beuys revolutionierte mit seinem "Erweiterten Kunstbegriff" das herkömmliche Kunstverständnis, sagt Bettina Ruhrberg. Kunst sollte im öffentlichen Raum stattfinden, Projekte, Installationen sollten zu Diskussionen und Kontroversen anregen. Das spiegelte sich auch auf der documenta: "Dass man 100 Tage auf der documenta ausharrte und im Gespräch mit den Besuchern blieb und über ein neues Gesellschaftssystem diskutierte, das gab es bis dahin einfach überhaupt noch nicht", so Ruhrberg.

Als Joseph Beuys 1979 mit dem renommierten Kaiserring ausgezeichnet wurde, reagierten die Goslarer zunächst zurückhaltend: "Beuys war mit seiner ganzen Erscheinung", erinnert sich Bettina Ruhrberg, "mit seinem ganzen Reden, mit seinem Kunstbegriff etwas, auf das die Bevölkerung einfach nicht vorbereitet war."

Weitere Informationen
Der deutsche Künstler und Kunstprofessor Joseph Beuys im November 1979. © picture alliance / Dürrwald/dpa Foto: Hans Dürrwald

Joseph Beuys: Zum 100. Geburtstag des Aktionskünstlers

Bekannt wurde er für seine Kunstaktionen und plastischen Werke aus Filz oder Fett. Am 12. Mai wäre er 100 Jahre geworden. mehr