Das Gespräch

Gast: Harry Lybke

Samstag, 09. Januar 2021, 13:00 bis 13:30 Uhr

Geschlossen wegen Corona: Das gilt derzeit nicht nur für die meisten Geschäfte, sondern ebenso für Theater, Konzerthäuser, Museen. Und auch die Galerien sind seit der Verschärfung des Lockdowns im Dezember betroffen: Kunst kann man sich nur noch online ansehen. Vernissagen und Messen - in normalen Zeiten fest im Terminkalender der Kunstwelt vermerkt - sind abgesagt. Allenfalls virtuell sind Kunstwerke derzeit zu betrachten.

"Kunst und Kultur gehören zum sozialen Zusammenleben"

Gerd Harry Lybke © imago/epd
Harry Lybke

Sich jedoch mit Kunst allein im Internet auseinanderzusetzen: Das kann es auf Dauer auch nicht sein, sagt der renommierte Berliner Galerist Gerd Harry - genannt Judy - Lybke im Gespräch auf NDR Kultur. "Kunst und Kultur gehören unbedingt zu einem sozialen Zusammenleben, wie wir es in der Demokratie gelernt haben - das kann man nicht nur medial erleben. Wir brauchen die Auseinandersetzung mit anderen Leuten, die Auseinandersetzung mit dem Original."

Was bedeutet die Corona-Situation für den Kunsthandel, was probieren Galeristen derzeit aus? "Wir machen einfach unsere Eröffnungen", sagt Lybke - wenn auch nur online, mit gestreamten Rundgängen durch die in den Galerien von Eigen + Art aufgebauten Ausstellungen. Wie andere etablierte Galerien stehe auch er gut da, sagt Lybke - weil er abgesagte Kunstevents durch individuell gepflegte Kontakte mit langjährigen Sammlern ausgleichen könne.

Neo Rauch, Olaf und Carsten Nicolai machen die Galerie berühmt

Mit Künstlern wie Neo Rauch, Olaf und Carsten Nicolai wurde Eigen + Art mit Standorten in Leipzig und Berlin weltbekannt. Und auch in der jetzigen Krise sieht sich Judy Lybke gut aufgestellt - zumal er es gewohnt ist, mit schwierigen Situationen umzugehen und gegen Widerstände anzukämpfen. Schließlich hat er seine Galerie 1983 gegründet - in seiner Wohnung in Leipzig, misstrauisch beäugt von der Stasi.

Auf NDR Kultur spricht der Galerist Gerd Harry Lybke mit Barbara Wiegand über die Hoffnung auf die Zeit nach Corona und auf die wieder uneingeschränkte Begegnung mit Kunst.