Das Gespräch

Gast: Ulla Hahn

Sonntag, 25. April 2021, 13:00 bis 13:30 Uhr

Alle bestaunen, welche Kraft in der Lyrik steckt: Vor wenigen Jahren sorgte ein Gedicht von Eugen Gomringer an einer Berliner Hauswand für eine hitzige Sexismus-Debatte. Und jüngst hat die junge Amerikanerin Amanda Gorman mit hochpolitischer Poesie die Welt beeindruckt. Stille Verse sind oft von erstaunlicher Wucht.

Erst gelobt, dann verrissen

Um die Kraft gut gewählter Worte weiß Ulla Hahn längst. Mit ihrem Gedichtband "Herz über Kopf" (1981) wurde sie berühmt, Marcel Reich-Ranicki setzte sich mit der ganzen Wucht seines Kritikerworts für ihre Arbeit ein. Erfolgreiche Lyrikbände wie "Spielende", "Freudenfeuer", "Unerhörte Nähe" folgten.

Ulla Hahn © picture alliance/dpa Foto: Ulrich Perrey
Ulla Hahn

Als Reich-Ranicki später ihren Roman "Das verborgene Wort" (2001) verriss, empfand die Autorin dies als "Vernichtungsversuch". Es war der - von anderen hochgelobte und erfolgreiche - erste Teil einer autobiografischen Tetralogie, die in fast zwei Jahrzehnten entstanden ist. Ulla Hahn erzählt, schmerzlich nah, berührend, von Kindheit und Heranwachsen in schwierigen Familienverhältnissen und von der Hingabe an die Literatur.

"Neue Gedichte aus zwanzig Jahren"

Und während sich viele, viele Prosa-Seiten füllten, schrieb sie weiterhin Gedichte, um zwischendurch Luft und Atem zu schöpfen. Gerade sind sie erschienen, unter dem Titel: "stille trommeln. Neue Gedichte aus zwanzig Jahren".

Auf NDR Kultur erzählt Ulla Hahn von diesem Prozess, anekdotenreich, mit erfrischendem Humor und gelegentlichen dialektgefärbten Ausflügen in ihre rheinische Heimat.