NDR Kultur Neo

Groove auf Millimeterpapier - Steely Dan

Sonntag, 28. März 2021, 22:00 bis 00:00 Uhr

Hendrik Haubold im Studio © Mischa Kreiskott Foto: Mischa Kreiskott
Walter Becker und Donald Fagen von der Gruppe "Steely Dan" © picture-alliance / dpa | epa afp vince bucci
Walter Becker und Donald Fagen von der Gruppe "Steely Dan" erhielten 2001 zwei Grammys für "Two Against Nature".

Den Bandnamen entliehen die Musiker einem William S. Burroughs-Roman (von einem Dildo ist da die Rede), und auch sonst hatte Steely Dan bei Bandgründung 1972 ganz spezielle Vorstellungen: Das Quintett wollte mit einem Amalgam aus Rock, Pop, Jazz, Soul, Reggae, Beatles-Melodik und Satz-Gesang a la Crosby, Stills, Nash & Young die zu diesem Zeitpunkt öde gewordene US-Rockszene aufmischen. Was der Überflieger-Combo um Masterminds Donald Fagen und Walter Becker mit einem fortan komplex gedachten und brilliant gespielt -und produziertem Cool-Mix auch schnell und überraschend langfristig gelang.

Platin für Songwunder, Grammies für Studio-Sound

Die Presse hörte aus dem Genre-Gebräu "Grateful Dead mit bösen Vibrationen" oder die "definitive Großstadtmusik" heraus, SOUNDs aus London krönte Steely Dan gar zum "Unilever-Konzern unter den Rockbands". Das Hörer- Feedback war auch alles andere als enttäuschend: Platin für die Alben "Can't Buy A Thrill", "Pretzel Logic", "Katy Lied" und "The Royal Scam", Doppel-Platin für "Aja" (bis heute mehr als fünf Millionen Mal verkauft), Grammies für "Aja" und "Gaucho" (Bester Studio-Sound).

Steely Dan vor Eminem

1980 war vorerst Schluss. Fagen und Becker waren kreativ ausgebrannt und gingen getrennte Wege. Fagen besuchte Psychiater, Becker hing an der Nadel. Aber so nach und nach landete man doch wieder im Studio (für Solo-Alben) und auf der Bühne (Album "Alive in America"). Und dann das: Bei den 43. Grammy Awards 2001 räumte Steely Dan mit ihrem 2000er Comeback-Album "Two Against Nature" mit vier Trophäen die meisten Preise des Abends ab: darunter der Grammy für das beste Album des Jahres. Den hatten die älteren Herren Jungspund und Zeitgeist-Rapper Eminem quasi vor der Nase weggeschnappt, der an diesem Abend mit nur drei Trophäen nach Hause gehen musste. Fagen und Becker konnten fortan entspannen und genial daddeln: Die Oldies hatten es geschafft, zeitlos zu werden.

Im Januar feierte Donald Fagen seinen 73. Geburtstag. Im Februar wäre Walter Becker 71 Jahre alt geworden. Er starb 2017 an Krebs. Neo legt 20 Jahre nach dem Grammy-Erfolg noch einmal einige Songs aus den besten Steely Dan-Alben auf den Plattenteller.

Außerdem im Neo-Portfolio am Wochenende:

Samstag, 27. März: Aufnahmen von My Morning Jacket, PM Watson, Dr. Lonnie Smith, Beck, Lena Swanberg, Frazey Ford, Jimi Tenor, Ani DiFranco, Harry Connick Jr. und Lana Del Rey

Sonntag, 28. März: Aufnahmen von Elina Juni, Madeleine Peyroux, Chris Gall, Cat Power, BAP, Udo Lindenberg, Indra Rios-Moore, Benmont Tench, Julien Tassin, Marcin Wasilewski, Jacqui Naylor und Bugge Wesseltoft

Mit Hendrik Haubold.

 

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Plattenspieler © NDR

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