Opernkonzert

Christoph Willibald Gluck: Orphée et Eurydice

Samstag, 30. Januar 2021, 19:00 bis 22:00 Uhr

Der Dirigent John Eliot Gardiner und die English Baroque Soloists © Fred Toulet/Leemage Foto: Fred Toulet/Leemage
John Eliot Gardiner dirigiert Glucks "Orphée et Eurydice".

Gleich zwei Uraufführungen feierte Christioph Willibald Glucks Orpheus-Vertonung. Einmal als "Orfeo ed Euridice" auf Italienisch 1762 in Wien und dann 1774 in Paris als "Orphée et Eurydice" in französischer Sprache.

Ein hochkarätiges Trio auf der Bühne

"Gluck wollte von diesem engen Korsett wegkommen mit Rezitativen, in denen die gesamte Handlung erzählt wird, die aber musikalisch nicht so viel Interessantes bieten, und den Da-Capo-Arien für die geballte Emotion und die Gestaltung der Stimmungen. All das wollte er etwas freier gestalten und gleichzeitig verschlanken. Und damit wollte er eine größere Konzentration auf die Emotionen erreichen", erzählt der Dirigent John Eliot Gardiner. Er hat die Oper 2015 in einer gefeierten Produktion im Royal Opera House Covent Garden in London auf die Bühne gebracht, mit einem hochkarätigen Trio: Juan Diego Flórez als Orpheus, Lucy Crowe als Eurydike und Amanda Forsythe als Amor. Mit dabei außerdem der Monteverdi Choir, die English Baroque Soloists und die Hofesh Shechter Dance Company.

Die Raffinesse der Pariser Version

In London war die französische Fassung zu erleben. "Mir kommt diese Partitur reicher vor als die andere Fassung", so Gardiner im Zuge der Produktion: "Früher mochte ich die andere Version lieber. Aber durch diese Arbeit mit so einem feinen Tenor wie Juan Diego Flórez - und der Part ist hoch anspruchsvoll - kann ich jetzt die Raffinesse dieser Pariser Version sehen. Orpheus kommt hier eher als Held rüber, und nicht einfach als Verkörperung der Musik. Er ist beides, aber hier ist er heldenhafter." Lucy Crowe singt die Eurydike: "Sie ist sehr willensstark und sehr emotional, sehr intensiv und leidenschaftlich. Sie will unbedingt, dass Orpheus sie anschaut. Und das macht er einfach nicht. Das verärgert sie sehr. Aber sie ist auch intelligent. Und vielleicht versteht sie, was da vor sich geht. Und ihre Leidenschaft, ihr Ärger, ihre Frustration richten sich gegen die Götter: Warum tut ihr uns das an, warum tut ihr mir das an?"

In dieser Inszenierung von John Fulljames und Hofesh Shechter sitzt das Orchester in der Mitte der Bühne. Dadurch wird auch ein anderes musikalisches Erlebnis möglich: Die Energie der Musiker, das Orchester als Impulsgeber, wird deutlicher hörbar. Das Orchester als "Motor des Dramas", wie es Gardiner formuliert.

Am Mikrofon: Friederike Westerhaus

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Szene aus "Hoffmanns Erzählungen" © Vincent Leifer

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