Welt der Musik

Frau mit langem Atem - Die Komponistin Emilie Mayer

Sonntag, 28. Februar 2021, 18:00 bis 19:00 Uhr

Eine undatierte historische Lithografie zeigt die Komponistin Emilie Mayer. © dpa Foto: Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz
Emilie Luise Friederika Mayer kommt 1812 im ländlichen Mecklenburg zur Welt. Diese undatierte historische Lithografie zeigt die Komponistin.

Emilie Mayer hat zahlreiche Orchesterwerke komponiert, darunter acht Sinfonien. Außerdem sorgte die Schülerin von Carl Loewe für die öffentliche Aufführung ihrer Werke im Konzerthaus Berlin. Das war für eine Frau damals sehr ungewöhnlich. Ihr Weg aus der mecklenburgischen Kleinstadt Friedland in die Klassikszene Berlins beeindruckt bis heute. In den vergangenen Jahren sind einige neue Aufnahmen ihrer Musik entstanden.

Emilie Mayer - der "weibliche Beethoven"

Emilie Mayer ragt aus der Geschichte von bemerkenswerten, aber meistens kaum bekannten Komponistinnen heraus. Nicht nur dass sie sich einen Platz im deutschen und insbesondere im Berliner Konzertleben des 19. Jahrhunderts erkämpft - ihre Vorliebe für Sinfonien unterstreicht, mit welchem Selbstbewusstsein und Mut die mecklenburgische Komponistin ihrer künstlerischen Berufung folgt. Etwa auch ungeachtet der riesigen Fußstapfen, die Ludwig van Beethoven gerade in dieser Gattung hinterlassen hat. So die Biographin von Emilie Mayer, Almut Runge-Woll.

"Alle Sinfonien nach Beethoven werden in diese Beziehung gesetzt zum Werk Beethovens. Und das ist eben erstaunlich und selbstbewusst, dass Emilie Mayer sich traute überhaupt in diesem Bereich zu schreiben. Das erstaunt mich selbst immer wieder, wo sich schon viele Männer nicht daran wagten, weil man ja mit Beethoven nicht konkurrieren konnte."

Eine Größe im Berliner Musikleben

Die Heidelberger Musikwissenschaftlerin hat der Komponistin ihre Doktorarbeit gewidmet. Auch wenn die Quellenlage nicht sehr ergiebig ist, Almut Runge-Woll rekonstruiert in ihrem Buch den Lebensweg Mayers, insbesondere deren Berliner Glanzjahre. Durch diese Forschungsarbeit ist auch ein Werkverzeichnis entstanden. Von knapp 300 Kompositionen hat die Schülerin von Carl Loewe rund zwei Dutzend für großes Orchester geschrieben. Die meisten Sinfonien von Emilie Mayer erleben ihre Uraufführung in Berlin. Am 21. April 1850 gibt die Komponistin so ihr öffentliches Debüt mit einem Konzert im Schauspielhaus am Gendarmenmarkt. Ob Dirigenten oder Musiker oder Verleger - bei allen wirbt Emilie Mayer für ihre Werke und deren Aufführung. Stets drängt sie auf Konzerte und Veröffentlichung. Doch nur wenige Kompositionen werden gedruckt - neben der h-moll-Sinfonie in der Fassung für Klavier zu vier Händen und der Faust-Ouvertüre kann sich vor allem ihre Kammermusik verbreiten, darunter Streichquartette, Klaviertrios und Klavierquartette, Solosonaten, Stücke für Klavier solo und Lieder.

Eine Sendung von Dagmar Penzlin.

 

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