Das Gespräch

Gast: Adolf Muschg

Sonntag, 07. März 2021, 13:00 bis 13:30 Uhr

Der Schrifsteller Adolf Muschg bei einer Lesung in Hannover. © NDR Foto: Johannes Avenarius
Der Schrifsteller Adolf Muschg bei einer Lesung in Hannover. © NDR Foto: Johannes Avenarius
Adolf Muschg mit NDR Kultur Moderatorin Katja Weise bei einer Lesung in Hannover.

"Japanisierter Eidgenosse" ist Adolf Muschg einmal genannt worden. So eng ist der Schweizer Schriftsteller mit Japan verbunden - nicht zuletzt, weil er mit einer Japanerin verheiratet ist. Immer wieder ist er in das Land gereist, so auch im Jahr 2011, kurz nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima, die sich am 11. März zum zehnten Mal jährt: "Ich wollte nicht zu denen gehören, die nicht mehr kamen", sagt Muschg im Gespräch auf NDR Kultur.

Die Atomkatastrophe von Fukushima als Naturkatastrophe

Einige Jahre später fuhr er sogar nach Fukushima selbst - auf Einladung eines japanischen Bürgermeisters, der ihn für die Gründung einer internationalen Künstlerkolonie in den kontaminierten Gebieten gewinnen wollte. Dazu kam es zwar nicht, doch Muschg hatte Stoff für einen Roman: "Heimkehr nach Fukushima", 2018 erschienen. Darin schildert er den Umgang der Japaner mit der Katastrophe, die wie eine Naturkatastrophe empfunden worden sei.

Heute treibt auch Muschg die Corona-Pandemie um, deren Nebenwirkungen, wie er sagt, "wir als Zeichen wahrnehmen könnten, in welche Richtung eine wirkliche Entwicklung der Menschheit ginge". Unser Leben hat sich verändert: Wir sind im Homeoffice, wir fliegen nicht mehr so viel. Seine Hoffnung: "Wenn wir eine Sinneswandlung hinkriegten, wenn auch schrittweise - dann hätten wir den Parasiten nicht ganz umsonst besiegt."

Adolf Muschg spricht auf NDR Kultur mit Katja Weise über seine Erinnerung an die Atomkatastrophe von Fukushima, über die Wunden Japans und über die Folgen der heutigen Pandemie.

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