Stand: 11.01.2018 15:05 Uhr

Elbphilharmonie - Vom Sorgenkind zum Superstar

Mit der Eröffnung der Elbphilharmonie begann in Hamburg vor einem Jahr eine neue Zeitrechnung in Sachen Musik-Kultur und -Genuss. Inzwischen ist das Konzerthaus mit seiner Architektur und seinem Klang im Inneren weltbekannt. Von der Verzögerung des Baus um sieben Jahre und den hohen Baukosten von fast 790 Millionen Euro spricht kaum jemand mehr.

Ein Kommentar von Daniel Kaiser, NDR 90,3

Die Elbphilharmonie ist eine Erfolgsgeschichte. Und was für eine. Wer hätte das vor einem Jahr bei der Eröffnung gedacht? Die langen Schlangen beim Kartenvorverkauf zeigen es: Die "Elphi" ist mehr als nur eine weitere Abspielstätte für Klassik. Sie ist wirklich ein klingendes Wahrzeichen geworden - und das mit internationaler Strahlkraft!

Die Elbphilharmonie hat Hamburg ganz neu auf die Weltkarte gebracht. Stolz sehen die Hamburger, wenn jetzt plötzlich die "New York Times" von ihrer Stadt schwärmt. Der Tourismus boomt. Die Kultur profitiert. Die Elbphilharmonie ist Adrenalin für Hamburg. Und sie beweist, wie viel Kraft Kultur hat; dass Kultur nicht nur ein Sahnehäubchen ist, ein Luxus, sondern, dass Kultur ein Motor sein kann, der das Zeug hat, eine ganze Stadt zu verändern.

Daniel Kaiser im Studio von NDR 90,3 vor einem Elbphilharmonie-Hintergrund © NDR / Elbphilharmonie / Maxim Schulz

Kommentar: "Was für eine Erfolgsgeschichte"

NDR 90,3 -

Man darf das Planungschaos, den Baustellenstopp und die Kostenexplosion nicht vergessen. Aber: Die Elbphilharmonie ist eine echte Erfolgsgeschichte. Ein Kommentar von Daniel Kaiser.

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Die Saal-Akustik hat es in sich

In der Elbphilharmonie hört man alles: jeden Ton, jedes Husten, jedes Handyklingeln. Das erste Jahr hat gezeigt: Mit guten, intelligenten Orchestern, die die Akustik begreifen, kann man himmlische Abende erleben. Schwächen entlarvt der Saal gnadenlos. Mit Mikrofon verstärkte Konzerte haben oft enttäuscht. Aber weil sie zeigen will, was für eine Superbude sie ist, fand dort im ersten Jahr fast alles statt.

Elbphilharmonie soll ein "Haus für alle" sein

Die Elbphilharmonie ist aber kein Zauberkasten, der aus allem, was man reinwirft, Gold macht. Sie soll ein Haus für alle sein, aber sie ist kein Haus für alles.

Man könnte sogar Putzfrauen auf einem Kamm blasen lassen, die Elbphilharmonie wäre trotzdem ausverkauft, hat Intendant Christoph Lieben-Seutter gesagt. Seine große Verantwortung bei der Konzertplanung wird sein, dass die Menschen auch Lust haben wiederzukommen. Zu einem "Haus für alle" gehört auch, dass die Plaza, die Aussichtsplattform, weiterhin - wenigstens für die Hamburger - kostenlos zugänglich sein muss. Im Juni will der Senat entscheiden.

Man darf sie nicht vergessen: die Vorgeschichte. Diesen ganzen Albtraum mit Planungschaos, Baustellenstopp und Kostenexplosion. Und doch kann man jetzt - nach einem Jahr mit der Elbphilharmonie - sagen: Am Ende hat es sich gelohnt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Der Hamburg-Kommentar | 11.01.2018 | 06:47 Uhr

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