Stand: 17.04.2020 10:21 Uhr  - NDR Kultur

Das Corona-ABC in 100 Sekunden

B wie Bewegungsfreiheit

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Bei rund 7 Grad Lufttemperatur und Sonnenschein gehen nur wenige Hamburger auf der neuen Hochwasserschutzanlage am Baumwall spazieren, die vor der Einführung der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus ein beliebter Ausflugsort für Einheimische und Touristen war. Foto: Markus Scholz/dpa

Bewegung tut gut, auch wenn nicht jeder daran interessiert scheint. Im Grundgesetz gehört die Freiheit der Person gemäß Artikel 2 zu den Grundrechten. Niemand darf ohne Weiteres festgehalten werden, selbst mutmaßliche Straftäter nur bei Flucht- oder Wiederholungsgefahr.

Das Wort "frei" soll auf das indogermanische "perei" zurückgehen: "das, was bei mir ist". Es geht um den Besitz an der eigenen Person. Die Germanen sprachen von "fri-halsa" als jemandem, dem sein Hals selbst gehört. In Zeiten von Corona stellen der Hals, der Rachen, die Tröpfchen darin, aber ein Infektionsrisiko dar. Der freie Hals wird zur Gefahr. Quarantäne lautet die Konsequenz. Sie dient dem eigenen Schutz - und dem der anderen.

Trotzdem birgt dieser Zustand der erzwungenen Beinahe-Bewegungslosigkeit auch seinen Reiz: Die Askese als Chance, zu sich selbst kommen. Im gemeinschaftlichen Beisammensein wiederum verändern sich die Vorzeichen: Wo man sich nicht mehr aus dem Weg gehen kann, können sich Partnerschaften bewähren - oder scheitern. Was bleibt, ist der Trost, sich innerhalb der engen Grenzen wenigstens frei bewegen zu können.

Von Peer-Axel Kroeske

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch unterwegs | 17.04.2020 | 14:00 Uhr

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