Die Aktivistin Emma Gonzáles © imago images / Pacific Press Agency Foto: Lev Radin

Wie junge Rebellinnen für eine bessere Zukunft kämpfen

Stand: 26.01.2021 06:00 Uhr

In ihrem Sachbuch "Denn es ist unsere Zukunft" stellt die Wirtschafts- und Politik-Journalistin Bettina Weiguny junge Aktivistinnen wie Greta Thunberg und Emma Gonzáles vor.

Die Aktivistin Emma Gonzáles © imago images / Pacific Press Agency Foto: Lev Radin
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von Vanessa Wohlrath

Die Klima-Aktivistin Greta Thunberg mit dicker Wollmütze © picture alliance / ASSOCIATED PRESS Foto: Matt Dunham
Die Klima-Aktivistin Greta Thunberg ist eine von vielen jungen Aktivistinnen weltweit.

Bettina Weiguny entdeckt Greta Thunberg 2019 beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Als die Klimaaktivistin und ein Dutzend weiterer "Changemaker" vor der Wirtschaftselite sprechen, hinterlässt das einen bleibenden Eindruck. "Man hat gemerkt: Da ist eine neue Generation, die etwas verändern will und sich nicht damit zufrieden gibt, wie es ist", so Weiguny. "Man nimmt in Deutschland eigentlich nur Greta Thunberg wahr und ihre 'Fridays for Future'. Aber es gibt viel, viel mehr auf allen Kontinenten."

Gegen Klimawandel, Kinderehe und Waffenlobby

Diese unterschiedlichen Stimmen will Weiguny in ihrem Buch vorstellen. Für "Denn es ist unsere Zukunft" trifft sie sich zunächst persönlich, später - aufgrund der Covid-19-Pandemie - per Videochat mit den "Rebellinnen", die nicht nur gegen den Klimawandel kämpfen, sondern mobil machen gegen Kinderehe oder die Waffenlobby, wie die Amerikanerin Emma González. Ihr persönliches Erlebnis, das Schulmassaker 2018 in Parkland, Florida, hat in der damals 18-Jährigen diese rebellischen Kräfte geweckt.

Verbreitung und Zusammenhalt durch Social Media

Kinder und Jugendliche, die also mehr oder weniger durch Zufall zu Aktivistinnen geworden sind, stehen im Zentrum des Buches. Denn trotz ihres so jungen Alters, geht von diesen Frauen offenbar eine Macht aus. Als González ihre Rede beim "March of Our Lives" in Washington hält - nur eine Woche nach dem Amoklauf an der Marjory Stoneman Douglas High School - hat sie bereits eine große Anhängerschaft hinter sich. Ihr Auftritt verbreitet sich rasend schnell über Social Media, sorgt für Aufruhr bei Jugendlichen auch in anderen Ländern. Diese Reichweite habe es früher nicht gegeben, stellt Weiguny fest. "Das fördert, glaube ich, auch extrem dieses Zusammengehörigkeitsgefühl in dieser Generation. Dass sie nicht alleine sind, dass sie eine Stimme haben, dass sie sich vernetzen können, auch wenn sie für unterschiedliche Sachen kämpfen", meint die Journalistin.

Hinter jeder Rebellin steckt ein starkes Elternhaus

Die Autorin Bettina Weiguny © picture alliance / Geisler-Fotopress Foto: Thomas Bartilla
Bettina Weiguny trifft die jungen Frauen zunächst persönlich. In der Pandemie steigt sie um auf Videochats.

Das trifft nicht immer auf Zuspruch. Hasskommentare oder hämische Bemerkungen seitens Politikern stellen die jungen Frauen auf die Probe. Darum stecke laut Weiguny hinter jeder Rebellin auch ein starkes Elternhaus, das sie darin unterstützt mit der Rolle als populäre Hoffnungsträgerin umzugehen.

Die neuen Sprachrohre der jungen Generation sind sensibilisiert für soziale Ungerechtigkeiten und: Sie sind weiblich. Spätestens mit so globalen Bewegungen, wie #metoo oder Black Lives Matter, haben Mädchen ihre Chance erkannt und nutzen sie. Genau das macht "Denn es ist unsere Zukunft" auch so spannend: Dieses Buch zeigt ein Umdenken in unserem Rollenverständnis, es erzählt die Geschichte junger und starker Frauen, die ihre Zukunft zum Besseren verändern wollen - und es schafft am Ende besonders eines: sie und ihre Vorhaben ernst zu nehmen.

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von Bettina Weiguny
Seitenzahl:
256 Seiten
Genre:
Sachbuch
Verlag:
Rowohlt Berlin
Veröffentlichungsdatum:
26.01.2021
Bestellnummer:
ISBN: 978-3-7371-0111-0
Preis:
16,00 Euro €

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Journal | 26.01.2021 | 18:00 Uhr