Isabel Bogdan lächelt und schaut zur Seite, sie trägt eine Brille und einen Pferdeschwanz. © Isabel Bogdan Foto: Heike Blenk

Schriftstellerin Isabel Bogdan findet Kraft bei ihren Freunden

Stand: 02.01.2022 18:00 Uhr

Schriftstellerin Isabel Bogdan hat keine Lust mehr auf die Coronakrise. Dieses Jahr war es trist, dennoch gab es schöne Nachrichten. Zwei ihrer Bücher sollen nächstes Jahr verfilmt werden.

von Jens Büchsenmann

Isabel Bogdan ist eine in Hamburg lebende Autorin und Übersetzerin, ihr Roman "Der Pfau" war ein Bestseller, danach schrieb sie den Roman "Laufen", der gerade für das ZDF verfilmt wurde. Das im Sommer erschienene Buch "Mein Helgoland" ist eine Liebeserklärung auf eine Insel, die sie seit Jahren regelmäßig aufsucht, um zu schreiben, um Luft und Kraft und Inspiration zu tanken - gerade in diesen Zeiten. Denn Isabel Bogdan leidet wie alle Kreativen Selbständigen unter der Bedrohung, den Einschränkungen, die mit der Corona-Pademie über uns gekommen sind.

Wie war dieses Jahr für Sie?

Isabel Bogdan: Anstrengend. Ermüdend. Wie für alle anderen auch. Die zunehmende Radikalisierung von Impfgegnern, Querdenkern und Artverwandten macht mir Sorgen. Und es nervt und zehrt, dass man nach wie vor nichts richtig planen kann. Ich plane trotzdem schöne Dinge, sonst würde ich verrückt. Gleichzeitig gab es große Glücksmomente: Mein Roman "Laufen" wurde verfilmt, und er ist großartig geworden! Darüber freue ich mich wie verrückt. "Der Pfau" ist ebenfalls in Arbeit, das ist schon alles ganz schön großartig.

Was hat Ihnen Kraft gegeben?

Bogdan: Meine Freundinnen und Freunde. In der ersten Jahreshälfte auch die Tatsache, dass wir so schnell Impfstoffe hatten - dann kam die Ernüchterung, dass so viele sich nicht impfen lassen wollen und der ganze Mist noch länger dauern wird. Ich bin wahnsinnig erleichtert, dass aus meinem Freundeskreis tatsächlich niemand in die Querdenker- und Impfverweigererecke abgedriftet ist. Und: Zweimal war ich für eine Woche zum Schreiben mit Kolleginnen und Kollegen weg, das sind auch immer beglückende Zeiten, auf die ich mich monatelang vorfreue.

Wie geht es Ihnen gerade rund um den Jahreswechsel?

Bogdan: Im Moment bin ich froh, wenn ich einen Haken hinter dieses Jahr machen kann und dann etwas Neues anfängt. Neues Jahr, neues Manuskript, und irgendwann wird es, wie immer, Frühling werden. Das neue Jahr wird allerdings nicht besser anfangen als das alte aufhört, Omikron kann fürchterlich werden.

Was macht Ihnen Mut?

Bogdan: Wieder: Meine Freundinnen und Freunde. Die Vorfreude auf weitere geplante Schreibaufenthalte. Wie es ansonsten mit Reisen aussieht, wird man sehen. Und ich hoffe unerschütterlich weiter, dass sich möglichst bald möglichst viele impfen lassen und wir diese Pandemie endlich loswerden. Und dass wir endlich wieder andere Gesprächsthemen haben.

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Kultur trotz Corona | 07.01.2022 | 07:20 Uhr

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